DE: Zu wenig Zeit für Patientinnen und Patienten

18. Oktober 2022 | News Deutschland | 0 Kommentare

Der Deutsche Pflegerat fordert mehr politischen Mut zur Umsetzung von Lösungen

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat Ergebnisse einer von ihr in Auftrag gegebenen Bürgerbefragung zur Krankenhausversorgung veröffentlicht. Auf ein wesentliches Ergebnis weist Irene Maier, Vize-Präsidentin des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR), hin – und zeigt Lösungen auf:

„41 Prozent der von der DKG Befragten geben an, dass zu wenig Zeit des Personals für die Patienten der größte Handlungsbedarf im Gesundheitswesen ist.

Zu wenig Zeit bedeutet zum einen, dass es tatsächlich zu wenig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege gibt. Das ist Fakt und wird nicht bestritten. Zum zweiten, dass das Pflege- und Gesundheitswesen nach wie vor von kleinteiligen bürokratischen Prozessen durchzogen ist. Drittens benötigen die professionell Pflegenden mehr Kompetenzen. Sie müssen Entscheidungen selbst treffen können. Benötigt wird eine neue Aufgabenverteilung der Berufe im Gesundheitswesen. Seit langem werden diese Ansätze diskutiert, jedoch fehlt der politische Mut zur entsprechenden Umsetzung.

Alle drei Punkte müssen gleichberechtigt und unter Beteiligung des Deutschen Pflegerats umgehend von der Politik angegangen werden. Die vom Bundesgesundheitsminister bei der Befragung der Bundesregierung vor dem Deutschen Bundestag für die nächsten Monate angekündigten zwölf Gesetze müssen dies aufgreifen. Ihnen fehlt nach heutigem Stand jedoch die Vision für die Profession Pflege. Gefordert sind Lösungen für die zwei gewaltigsten Aufgaben im Gesundheitswesen: Das Personalproblem in der Pflege und die Refinanzierung von genügend Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Benötigt wird in diesem Zusammenhang eine gesetzliche Personalbemessung im Krankenhaus, die sich am Pflegedarf der Patientinnen und Patienten orientiert, deren Sicherheit garantiert und zu einer signifikanten Verbesserung der Arbeitsbedingungen sowie zu einer vollständigen Refinanzierung führt. Das ist der entscheidende Paradigmenwechsel, der im Gesetzentwurf zum Krankenhauspflegeentlastungsgesetz noch ausformuliert werden muss.“

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)