DE: Zehn Millionen Europäer leben mit den Folgen eines Schlaganfalls – DSG fordert Optimierung der Nachsorge

Schlaganfall Stroke
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Anlässlich des bundesweiten Aktionstags am 10. Mai unterstützen DSG-Experten Vorhaben der Bundesregierung zum Ausbau der Nachsorge

Etwa 260.000 Menschen erleiden hierzulande jährlich einen Schlaganfall – für viele bedeutet dieser aufgrund von gravierenden Folgen wie Lähmungserscheinungen oder Sprachstörungen einen drastischen Einschnitt in ihr bisheriges Leben. Deutschland ist in der Akutversorgung mit zahlreichen Stroke Units zwar europaweit ein Vorreiter – in der Nachsorge besteht jedoch Optimierungsbedarf. Darauf machen Experten der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) anlässlich des bundesweiten Aktionstags gegen den Schlaganfall am 10. Mai aufmerksam. Sie fordern eine rasche Umsetzung eines Vorhabens aus dem neuen Koalitionsvertrag, das vorsieht, die Nachsorge in vielen Gesundheitsbereichen zu verbessern. Demnach sollten zukünftig beispielsweise vermehrt Schlaganfall-Lotsen zum Einsatz kommen.

„Die neue Bundesregierung hat erkannt, dass die Nachsorge in vielen Gesundheitsbereichen verbessert werden muss – so auch in der Schlaganfallversorgung“, erläutert der erste Vorsitzende der DSG, Professor Dr. med. Darius Nabavi, Chefarzt der Neurologie am Vivantes Klinikum Neukölln in Berlin. So ist geplant, die ambulante und stationäre Gesundheitsversorgung zu optimieren. „Die Regierung will Strukturen vorgeben, damit erfolgreiche Projekte, wie das der Patientenlotsen, dann auch von den Krankenkassen übernommen und in die Regelversorgung überführt werden können.“

Die DSG unterstützt dieses Vorhaben sehr – und setzt sich selbst aktiv für eine Optimierung der Schlaganfall-Nachsorge ein. Diese ist deshalb von so großer Bedeutung, damit eine Versorgungslücke nach Beendigung der stationären Behandlung vermieden werden kann. Betroffene sollen so eine höhere Lebensqualität erreichen und weniger vaskuläre Folgeerkrankungen erleiden. Gemeinsam mit der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und anderen europäischen Organisationen will die Fachgesellschaft die Nachsorge im Rahmen des Europäischen Schlaganfall-Aktionsplans bis 2030 verbessern und vereinheitlichen. Um dieses Ziel konsequent zu verfolgen, hat die DSG eine Nachsorge-Kommission ins Leben gerufen“, erläutert der erste Vorsitzende der Nachsorge-Kommission, Professor Dr. med. Andreas Meisel, Direktor des Centrums für Schlaganfallforschung Berlin und Oberarzt der Klinik für Neurologie der Charité Berlin. Der Schwerpunkt liegt hierbei in der Entwicklung eines umfassenden Versorgungsansatzes auf Basis einer engmaschigeren neurologischen Überwachung, um Komplikationen inklusive weiterer Schlaganfälle effektiv zu vermeiden und komplexe Funktionseinschränkungen – wie Lähmungserscheinungen und Sprachstörungen – besser zu behandeln.

Zentrale Bestandteile einer verbesserten Nachsorge sind dabei ergänzende Strukturen, wie zum Beispiel Schlaganfall-Lotsen, die als Bindeglied zwischen den verschiedenen Akteuren wirken. Diese sind in Ostwestfalen-Lippe beispielsweise bereits seit 2017 erfolgreich tätig. Sie haben einen therapeutischen oder pflegerischen Hintergrund und begleiten Patienten intensiv nach ihrer Erkrankung. Sie dokumentieren beispielsweise Behandlungen und unterstützen bei der Beantragung von Hilfsmitteln. „Wenn die Bundesregierung ihre im Koalitionsvertrag geplanten Vorhaben tatsächlich umsetzt und das erfolgreiche Projekt der Schlaganfall-Versorgung in die Regelversorgung der Krankenkassen aufgenommen wird, wäre unheimlich viel gewonnen“, so Nabavi. „Wir unterstützen dieses Vorhaben vollumfänglich und fordern eine rasche Umsetzung.“ Ein erstes großes Ziel sei es, ein bundesweites Netz an Kümmerer-Funktionen zu errichten.

Weiterführende Informationen

https://www.dsg-info.de/presse/pressemeldungen/583-europaeischer-schlaganfall-aktionsplan-optimierung-der-versorgung-bis-2030-dsg-will-nachsorge-in-deutschland-staerken.html

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)