DE: Wolf im Schafspelz für die Pflege

Markus Mai

Bundestagsabgeordneter Erwin Rüddel kommt in seinen jüngsten Äußerungen als Sprecher für die Pflege daher – verfolgt jedoch eindeutig Arbeitgeberinteressen und treibt eine Spaltung der Pflegeberufe voran

„Die jüngste Behauptung Rüddels, die Altenpflege spiele bei der Pflegekammer eine untergeordnete Rolle, verwundert und irritiert mich sehr“, kommentiert Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer. „Jeder der das Engagement der Landespflegekammer um die Generalistik verfolgt hat, sieht sofort welch hohen Stellenwert der Bereich der Altenpflege bei uns hat. Wer hier eine Herabstufung der Altenpflege sehen will, dem muss man schon mangelnde Sachkenntnis oder gar bösen Willen unterstellen. Es gehörte seit jeher zu unseren kritischen Positionen, dass vor allem die besonders großen privaten Arbeitgeber der Altenpflege dem System dringend gebrauchte Mittel durch unnötig hohe Gewinne entziehen und somit die Personalsituation weiter verschärfen.“

Erwin Rüddel zeigte bislang ein starkes Interesse für Pflegearbeitgeberpositionen
„Es ist schade, dass selbsternannte Pflegepolitiker eine Spaltung der Pflegeberufe vorantreiben und dies als Weiterentwicklung verkaufen. Sich vor den Karren des Arbeitgeberverbandes Pflege spannen zu lassen, bringt die Pflege leider nicht weiter!“, betont Mai.

Auch die Aussage, dass die Altenpflege kein Mitspracherecht in der Pflegekammer habe, stimme so nicht. „Rund 20% der Mitglieder der Landespflegekammer sind in der Altenhilfe beschäftigt“, betont Mai und ergänzt, dass alle Kammerorgane demokratisch gewählt werden. „Jedes Mitglied kann sich einbringen, mitmachen und so die Kammerarbeit mitgestalten. Eine Spaltung der einzelnen Professionen oder sogar die Spaltung der Berufsgruppe werde es mit der Pflegekammer nicht geben“, so Mai abschließend.

Hintergrund: Mit der einstimmigen Verabschiedung des Heilberufsgesetzes durch den rheinland-pfälzischen Landtag im Dezember 2014 ist die Landespflegekammer errichtet worden. Seit dem 01. Januar 2016 haben die Pflegenden im Land damit eine kraftvolle Interessenvertretung erhalten. Die Landespflegekammer mit ihren gewählten Vertreterinnen und Vertretern nimmt die beruflichen, wirtschaftlichen und sozialen Belange der Mitglieder wahr.

Die Vertreterversammlung hat in der Sitzung vom 02. März 2016 den Vorstand der Landespflegekammer gewählt. Präsident der Kammer ist Dr. Markus Mai. Zur Vizepräsidentin wurde Frau Sandra Postel gewählt. Die weiteren Mitglieder des Vorstandes sind Andrea Bergsträßer, Hans-Josef Börsch, Angelika Broda, Karim Elkhawaga, Esther Ehrenstein, Renate Herzer und Christa Wollstädter.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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