DE: Wie lebt es sich im Lockdown light?

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

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Langzeitstudie über Arbeit und Gesundheit – Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesucht

Bisher konnten die meisten Menschen ganz gut mit Social Distancing und Homeoffice in Zeiten der Corona-Pandemie umgehen, äußern jedoch auch Kritikpunkte an der Arbeit von zu Hause. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsteam der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Doch wie wirkt sich der aktuelle Lockdown light auf die gesundheitliche Situation von Erwerbstätigen aus? Um diese Frage in einer Langzeitstudie beantworten zu können, werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer für eine zweite Befragungswelle gesucht.

Die erste Erhebungswelle der „Langzeitstudie Gesundheit und Arbeit infolge der Corona-Krise“ (LaGACo) des Instituts und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der FAU fand von Juni bis August statt. Fast 600 Beschäftigte verschiedener Berufsgruppen und unterschiedlichen Alters nahmen im Sommer an der Online-Befragung teil. Anonym beantworteten sie Fragen rund um ihre Arbeitsbelastung und ihren Gesundheitszustand ebenso wie Fragen nach Einstellungen, Werten, Geschlechterrollen und ihren Möglichkeiten zur Nutzung von Homeoffice und digitaler Gesundheitsversorgung.

Zufrieden mit dem Homeoffice

„Der überwiegende Teil der Befragten arbeitet teilweise im Homeoffice“, fasst Regina Lösch, eine der Wissenschaftlerinnen, die Ergebnisse der ersten Befragungswelle zusammen. „In den letzten drei Monaten waren 17,5 Prozent der Befragten vollständig im Homeoffice tätig und 45,7 Prozent teilweise – nur 36,8 Prozent der Befragten arbeiteten nicht im Homeoffice.“ Die Mehrzahl der Befragten ist – laut der Studie – sowohl mit den Lichtverhältnissen als auch mit der Luftqualität im Homeoffice zufrieden. Im Vergleich schätzen die Befragten die Luftqualität im Homeoffice sogar besser ein als im Betrieb.

Anders sieht es mit der ergonomischen und technischen Ausstattung des Arbeitsplatzes aus. Beides wird von den Befragten für den Arbeitsplatz im Betrieb besser als für das Homeoffice eingeschätzt. So verfügen 36,8 Prozent der Befragten an ihrem Arbeitsplatz über eine ergonomische Ausstattung, aber nur 16,7 Prozent im Homeoffice. Die technische Ausstattung ihres Arbeitsplatzes halten 47,5 Prozent der Befragten im Betrieb für angemessen und 40,5 Prozent im Homeoffice. Klar im Vorteil ist das Homeoffice dann wieder bei den Konferenzsystemen. Diese können 34,7 Prozent der Befragten im Homeoffice problemlos und störungsfrei nutzen. Am Arbeitsplatz im Betrieb sind das nur 27,4 Prozent.

Erste Zwischenergebnisse liegen auch zum Umgang mit Social Distancing, zu den größten Sorgen der Menschen in Bezug auf die aktuelle Situation mit Covid-19 und zum Thema „Einsamkeit und Freunde“ vor. „Der Kontakt zu nahestehenden Menschen fehlt den Befragten besonders. Dennoch fühlt sich der größte Teil der Befragten selten ausgeschlossen oder einsam. Die größte Sorge unter den Befragten ist, dass nahestehende Menschen sich mit dem Virus infizieren“, fasst Elisabeth Wischlitzki, eine weitere Wissenschaftlerin des Forschungsteams zusammen.

Freiwillig und anonym

Doch wie sieht das jetzt – im Herbst und Winter und dem Lockdown light aus? Auch das wollen die Forscherinnen wissen und suchen für ihre Online-Studie deshalb möglichst viele erwerbstätige Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeden Alters. „Je mehr Beschäftigte an unserer Befragung teilnehmen, desto genauer wird das Bild, wie Erwerbstätige die Corona-Krise und den Lockdown light erleben“, sagt Lösch. „Indem wir die bisherigen Entwicklungen dokumentieren, können wir künftig auftretende Veränderungen und Anforderungen besser einschätzen und darauf reagieren.“

Die neu dazugekommenen Fragen drehen sich um die Arbeitsgestaltungskompetenz und um Präsentismus – also um die Anwesenheit am Arbeitsplatz, obwohl der Arbeitnehmer bzw. die Arbeitsnehmerin krank ist. Darüber hinaus interessieren sich die Forscherinnen für einige Aspekte der Pausen- und Ruhezeiten noch intensiver und befassen sich auch mit dem Thema Corona-Impfung. Eine Frage dazu lautet zum Beispiel: Würden sie sich am Arbeitsplatz sicherer fühlen, wenn die Mehrheit der Bevölkerung geimpft ist?
Die anonyme Befragung ist freiwillig, dauert rund 30 Minuten und wird über die Plattform LimeSurvey durchgeführt. Die dritte Befragungswelle im Rahmen der Langzeitstudie soll im Frühjahr 2021 stattfinden.

Link zur Online-Befragung: https://bmq-evaluation.limequery.com/895758?lang=de

Link zu den ersten Zwischenergebnissen: https://www.ipasum.med.fau.de/2020/11/25/langzeitstudie-zu-arbeit-und-gesundheit…

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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