DE: Wenn Corona die Psyche der Pflegenden belastet – kostenfreie psychotherapeutische Beratung

Für die berufliche Pflege gibt es ein neues psychotherapeutisches Beratungsangebot. Während der Corona-Pandemie bieten Psychotherapeut*innen ab dem 26. Mai eine kostenfreie Telefonberatung für alle Pflegeberufe an. Die professionelle Unterstützung ist insbesondere gedacht für Pflegefachpersonen in den Kliniken sowie in Altenpflegeheimen und in der häuslichen Versorgung.

“Hohe Arbeitsbelastung, ängstliche Patienten, Bewohner und Angehörige, Angst um die eigene Gesundheit und der tägliche Umgang mit sterbenden Menschen – es ist oft die Kombination, die die Psyche der Pflegefachpersonen belastet. Viele unserer 27.000 Mitglieder in Schleswig-Holstein haben bereits nach psychischer Beratung in der Corona-Krise gefragt”, so Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein K.d.ö.R.

Wenn Pflegefachpersonen sich durch die aktuellen beruflichen Herausforderungen überfordert fühlen, können sie über die Internetplattform www.psych4nurses.de kurzfristige und bundesweit 30-minütige Beratungstermine buchen. Dieses Angebot ist ein gemeinsames Hilfsangebot des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe und der Bundespsychotherapeutenkammer. Die Schirmherrschaft haben die Bundespflegekammer und der Deutschen Pflegerat übernommen.

„Beruflich Pflegende sind während der aktuellen Corona-Pandemie vielfach ganz besonderen psychischen Belastungen ausgesetzt. Dies betrifft insbesondere Pflegende, die in der stationären Versorgung von Corona-Patientinnen und -patienten oder auch in Altenpflegeheimen tätig sind“, erläutert Prof. Christel Bienstein, Präsidentin des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK). Durch die konsequente Verringerung öffentlicher Kontakte konnte in den meisten Kliniken und Pflegeeinrichtungen Deutschlands eine Überlastung vorhandener Ressourcen bisher insgesamt erfolgreich vermieden werden. Und dennoch durchlebten viele beruflich Pflegende in ambulanten Diensten, Heimen und Kliniken Extremsituationen psychischer Belastung – und tun dies nach wie vor.“

„Mit der neuen bundesweiten Telefonberatung wollen wir beruflich Pflegenden während der Coronakrise kurzfristig und professionell unterstützen, erklärt Dr. Dietrich Munz, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer. „Die Beratung, die die Psychotherapeut*innen anbieten, ist ehrenamtlich.“ „Es zeugt von einem großen Engagement der beteiligten Berufsgruppen, wie sie sich gegenseitig in Krisenzeiten unterstützen“, betont Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats und Sprecher der Bundespflegekammer.

Markus Golla
Über Markus Golla 6823 Artikel
Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Lehrer für Gesundheit- und Krankenpflege (Studium Umit/Wien)

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