DE: Welttag der Patientensicherheit 2022 mit Motto „Sichere Medikation“ – Aktionsbündnis

25. Juli 2022 | News Deutschland

Patientensicherheit ruft zur Beteiligung beim Aktionstag auf

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. (APS) gibt das diesjährige Motto des Welttags der Patientensicherheit, der am 17. September stattfindet, bekannt. Es lautet: „Mach Dich stark für Patientensicherheit: Sichere Medikation“. Ab sofort ist auch die Webseite des Welttags der Patientensicherheit unter www.tagderpatientensicherheit.de zu erreichen. Das APS ruft außerdem bundesweit Mitarbeitende und Institutionen im Gesundheitswesen auf, sich mit eigenen Aktionen rund um den 17. September zu beteiligen und Patientensicherheit so sichtbar zu machen. Seit dem Jahr 2019 wird der ursprünglich vom APS initiierte Aktionstag jährlich von der WHO ausgerufen.

Mit der Überschrift „Mach Dich stark für Patientensicherheit: Sichere Medikation“ für den Welttag der Patientensicherheit 2022 nimmt das APS Bezug auf das Motto der WHO: „Medication without harm”. Das Aktionsbündnis will damit den Fokus mit Medikamentensicherheit auf einen wichtigen Dreh- und Angelpunkt der Patientensicherheit legen: Jährlich führen Medikationsfehler zu etwa 250.000 Krankenhauseinweisungen, was ungefähr fünf Prozent aller Fälle ausmacht. 40 Prozent der Patientinnen und Patienten, die drei oder mehr Medikamente einnehmen, haben schon einmal Probleme mit ihrer Medikation festgestellt, zum Beispiel indem sie Tabletten vergessen, zum falschen Zeitpunkt eingenommen oder verwechselt haben. Eine norwegische Studie stellte beispielsweise fest, dass 18,2 Prozent der Todesfälle im Krankenhaus auf ein oder mehrere Medikamente zurückgeführt werden können.

Aktionen finden beim diesjährigen Aktionstag aber auch über das Fokusthema hinaus zu allen Aspekten der Patientensicherheit Raum. Die Vorsitzende des APS, Dr. Ruth Hecker, sagt anlässlich des diesjährigen Aufrufs zum Welttag der Patientensicherheit: „Patientensicherheit ist zentral für ein funktionsfähiges Gesundheitswesen. Sie ist als eigenständiges Ziel und als zentraler Wert und Entscheidungskriterium im Gesundheitswesen zu verankern, denn jede vermiedene Patientenschädigung entlastet Betroffene, Behandelnde und die gesamte Gesellschaft.“ Es gehe um echte Sicherheitskultur auf allen Ebenen: von der Gesundheitspolitik auf Regierungsebene in Bund, Ländern und Kommunen bis zu den einzelnen Bürgerinnen und Bürgern. Dies gelte es am Welttag der Patientensicherheit deutlich sichtbar zu machen. Dazu möchte das Aktionsbündnis Patientensicherheit alle im Gesundheitswesen Beteiligten herzlich einladen.

Aktionen am Welttag der Patientensicherheit: Online, vor Ort und in Farbe

Zum Welttag der Patientensicherheit 2022 bietet das APS allen Einrichtungen und Organisationen des Gesundheitswesens an, ihr Engagement für Patientensicherheit auf der Aktions-Webseite (https://tag-der-patientensicherheit.de) vorzustellen – in einer Präsenzveranstaltung oder online, lokal oder überregional, für die Bevölkerung oder für ein Fachpublikum. Wichtig ist die Bewusstseinsbildung für die Bedeutung der Patientensicherheit. Daran knüpft auch der Aufruf von WHO und APS an, am 17. September die Fassade der eigenen Organisation oder ein interessantes Gebäude in der Umgebung in Orange leuchten zu lassen. Mit dieser Signalfarbe sollen weltweit leuchtende Bekenntnisse zur Patientensicherheit geschaffen werden, um das Bewusstsein für dieses wichtige Thema zu schärfen.

Eine einfach umzusetzende Aktion rund um den Welttag der Patientensicherheit im September ist das Angebot von unterstützenden Informationen über Infostände, Plakate und Broschüren für Patientinnen und Patienten in den eigenen Einrichtungen. Dazu stellt das APS ab dem 25. Juli mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) wieder zahlreiche gedruckte Broschüren, Flyer und weitere Materialien kostenlos zur Verfügung, die über die Webseite des Welttags der Patientensicherheit bestellt werden können.

„Eingeladen mitzumachen sind auf der einen Seite Akteure im Gesundheitswesen,“ erklärt Constantin Grosch, stellvertretender Vorsitzender des APS und langjähriger Patientenvertreter im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). „Auf der anderen Seite richtet sich der Aktionstag aber auch an die deutsche Gesamtbevölkerung. Denn: auch Patientinnen und Patienten können selbst zur sicheren Versorgung beitragen. Indem sie sich über Hygienemaßnahmen, Präventivvorkehrungen oder über ihre medizinische Behandlung informieren, Bedenken äußern, Fragen stellen, Behandelnden ihre Meinung kundtun. Umso wichtiger ist es, Informationen darüber bereitzustellen, die auf die Bedarfe der Betroffenen zugeschnitten sind. Deshalb bitten wir alle Einrichtungen im Gesundheitswesen, Krankenhäuser, Praxen, Apotheken, Pflegedienste und viele mehr, bei uns Material zu bestellen und vor Ort an die Menschen zu verteilen.“

„Dramatische Erfahrungsberichte und die Gefährdung von Patientensicherheit durch herausfordernde Arbeitsbedingungen erreichen nach und nach ein Stück weit mehr auch die mediale Berichterstattung. Nicht nur für Patientinnen und Patienten, sondern auch für Mitarbeitende im Gesundheitswesen ist die Sicherheit innerhalb der medizinischen Behandlung elementar wichtig. Dafür bieten vom APS bereitgestellte Patienteninformationen und Handlungsempfehlungen Orientierung. Jede Bestellung von Materialien trägt deshalb dazu bei, das sichere Handeln von Mitarbeitenden zu steigern,“ sagt Professor Dr. Reinhard Strametz, Generalsekretär des APS, vor dem Hintergrund seiner Forschungstätigkeit zu psychischen Belastungen von Mitarbeiten-den im Gesundheitswesen.

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)