DE: Vermittlung von Gesundheitskompetenz hilft der Bevölkerung und dem Gesundheitssystem

Fortschreitende Dequalifizierung der Pflegeberufe steht dem jedoch entgegen

(C) Sebastian Duda

Auf der Tagung „Gesundheitskompetenz – (k)ein Thema für die Pflege?“ wies die Vizepräsidentin des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR), Christine Vogler, auf die hohe Bedeutung der Vermittlung von Wissen zur Gesundheitskompetenz der Bevölkerung durch die professionell Pflegenden hin. Das hierfür notwendige Know-how müsse unabdingbarer Bestandteil der neuen Pflegeausbildung sein. Eingeladen zur Veranstaltung hatte der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Staatsekretär Andreas Westerfellhaus.

„Die Förderung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung kann deren Gesundheitsverhalten deutlich stärken. Damit können positive Auswirkungen für das gesamte System „Gesundheit“ erreicht werden“, betonte Christine Vogler weiter. Jedoch stecke die Förderung, Forschung und Umsetzung der Gesundheitskompetenz in Deutschland noch in den Kinderschuhen.

Vogler machte deutlich, dass den professionell Pflegenden bei der Vermittlung von Gesundheitswissen „eine Schlüsselaufgabe zukommt. Sie haben die meisten Kontakte zu Pflegebedürftigen und deren Angehörige und agieren dicht an den Lebenswelten der Betroffenen. Die Förderung von Gesundheitskompetenz lässt sich gut in die pflegerische Versorgung einbetten“.

Einen Vorteil sieht Vogler dabei im neuen Pflegeberufegesetz. „Das neue Pflegeberufegesetz lässt insbesondere im Rahmen der Vorbehaltstätigkeiten der Pflegefachpersonen einen möglichen neuen Blick auf die Förderung von Gesundheitskompetenz zu. Das gilt es zu nutzen.“

Gleichzeitig müsse jedoch darauf hingewiesen werden, mahnte Vogler auf der Veranstaltung, dass die Vermittlung von Gesundheitskompetenz eine anspruchsvolle Aufgabe sei, die fundierter Qualifikationen bedürfe.

Hier sieht Vogler eine Gefahr in aktuellen Bestrebungen. „Die fortschreitende systematische Dequalifizierung des Pflegeberufes steht einer erfolgreichen Implementierung von Gesundheitskompetenz als ein Baustein gesellschaftlichen Bewusstseins entgegen“, stellte die Vize-Präsidentin des Deutschen Pflegerats klar.

Zudem müsse darauf geachtet werden, dass Betriebe und Einrichtungen Gesundheitsförderung sinnvoll und selbstverständlich leben und umsetzen. Pflegende könnten Gesundheitskompetenz dann gut vermitteln und weitergeben, „wenn in Aus,- Fort- und Weiterbildungen Gesundheitskompetenz als eine selbstverständliche Kompetenz gelehrt und in den Einrichtungen ehrfahrbar gemacht“ werde.

Hintergrund:

Der Deutsche Pflegerat ist einer der Unterstützer des „Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz“. Denn den an das Gesundheitswesen gestellten Herausforderungen muss mit vielen Maßnahmen begegnen werden.

Menschen in ihrer Gesundheitskompetenz Unterstützung zu geben und damit Gesundheit als wichtigen Baustein gesellschaftlichen Lebens fest zu verankern, ist dabei ein wichtiger Baustein.

Mehr Informationen zum Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz erhalten Sie hier: www.nap-gesundheitskompetenz.de/.

Markus Golla
Über Markus Golla 4184 Artikel
Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Studiengangsleitung (FH) und Vortragender im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege, Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (UMIT/Hall)

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