DE: „Together Patient Safety First!“

APS verlängert zum 2. Welttag der Patientensicherheit den Aufruf an Gesundheitseinrichtungen, sich zur Bewältigung der Pandemie für Patientensicherheit zu engagieren

(C) Argus

Berlin – Mit einer abwechslungsreichen Veranstaltung beging das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) gleichzeitig den 2. Welttag der Patientensicherheit und sein 15-jähriges Bestehen. Unter dem Einfluss von COVID-19 lagen Licht und Schatten eng beieinander: Der Stolz auf das Erreichte, insbesondere auf die vielen praktischen Hilfestellungen für Patienten und professionelle Kräfte im Gesundheitswesen, mischte sich mit der Feststellung, dass im Zuge der Pandemie noch viel mehr Anstrengungen für Patientensicherheit unternommen werden müssen. Spontan nahm das APS den Ball auf, der durch das Grußwort des Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ins Spiel gebracht wurde, und verlängerte den traditionellen Aufruf an die Einrichtungen des deutschen Gesundheitswesens, sich am Tag der Patientensicherheit am 17. September zu beteiligen. Noch bis Ende des Jahres können besondere Aktionen zur Verbesserung der Patientensicherheit über die Homepage des APS gemeldet werden, um so „mit Elan und Ausdauer“ (Bundesgesundheitsminister Spahn) das Thema Patientensicherheit voranzubringen.

„Ich bin überwältigt und sehr, sehr ermutigt durch die Unterstützung, die wir zum zweiten Welttag der Patientensicherheit und zum 15. Jubiläum des APS, von der Politik, unseren Mitgliedern und Förderern, aber auch von der Öffentlichkeit erfahren“, sagte Dr. Ruth Hecker, Vorsitzende des APS. Die Herausforderungen der pandemiebedingten Umbrüche könnten nur bewältigt werden, wenn der Denkweise „Kooperation statt Konkurrenz“ und der Patientensicherheit die höchste Priorität eingeräumt würden, weshalb Hecker das Motto ausgab: „Together Patient Safety First!“ Sie schlussfolgerte: „Corona hat deutlich gemacht, was Insidern schon lange klar war: Wir können nicht weitermachen wie bisher. Patientensicherheit muss das Handeln bestimmen – jetzt und jederzeit!“

In die gleiche Richtung ging auch das Grußwort von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) konnte für den Tag der Patientensicherheit erreichen, dass der Berliner Fernsehturm, das höchste Bauwerk Deutschlands, in Orange, der Symbolfarbe, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Patientensicherheit gewählt hat, angestrahlt wird. „Das ist ein sichtbares Zeichen für Patientensicherheit und gleichzeitig ein Dank an all die Beschäftigten im Gesundheitswesen für Ihre hervorragende Arbeit,“ sagte Spahn und fuhr fort: „Und das ist auch ein Dank an das Aktionsbündnis Patientensicherheit, das mit Elan und langem Atem die Patientensicherheit in der Breite vorangetrieben hat und auch weiter vorantreibt. Elan und Ausdauer – das bringt die Patientensicherheit voran.“

Persönliche Glückwünsche zum 15-jährigen Bestehen des APS überbrachte Professor Dr. Claudia Schmidtke. Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung betonte: „Das APS hat schon lange treffend formuliert: Mitarbeitersicherheit ist Patientensicherheit und umgekehrt. Ich bin dem APS dankbar, dass sie binnen kürzester Zeit eine entsprechende Handlungsempfehlung veröffentlicht haben und appelliere an die Einrichtungen, sie aufzunehmen.“ Aus diesem Grund bescheinigte sie dem APS, wichtiger Impulsgeber auf der nationalen und internationalen Ebene zu sein. „Seit 2005 vernetzen sich alle relevanten Akteure miteinander und arbeiten an der Verbesserung der Patientensicherheit.“

Das Motto der WHO „Safe health workers, Safe patients“ für den diesjährigen Welttag der Patientensicherheit wurde in der Veranstaltung gleich mehrfach aufgegriffen. Professor Johanna Westbrook sprach über Organisationskultur zur Unterstützung der Sicherheit der Mitarbeitenden, was in den hochkarätig besetzten Fachdiskussionen aufgegriffen wurde. „Mitarbeitende sind keine Helden, sondern sie sind in allererster Linie Menschen, die wir gerade jetzt mit Schutzkleidung, aber auch mit psychosozialen Angeboten unterstützen müssen“, sagte Professor Dr. Reinhard Strametz, Generalsekretär des APS, der an der Hochschule RheinMain zu diesem Thema forscht. „Sonst haben wir am Ende zwar Intensivbetten, aber kein Personal mehr, um dort untergebrachte Patienten sicher versorgen zu können. Patientensicherheit ohne Mitarbeitersicherheit ist undenkbar“, so Strametz.

Ein Novum für das APS war der direkte Bericht einer Betroffenen, die über die Probleme bei der Versorgung ihrer Mutter während der Pandemie berichtete. Den Charakter als Bündnis betonten besonders die Grußbotschaften zahlreicher Mitglieder zum 15-jährigen Jubiläum des APS. Außerdem fand die feierliche Verleihung des Deutschen Preises für Patientensicherheit statt, die im Mai aufgrund von COVID-19 ausgefallen war. Im Rahmen der Aktivitäten wurde eine vom BMG initiierte Studie der OECD zur Ökonomie der Patientensicherheit in der Langzeitpflege vorgestellt.

Die Aktivitäten des APS zum Tag der Patientensicherheit werden finanziell durch das Bundesgesundheitsministerium auf der Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestags gefördert.

Markus Golla
Über Markus Golla 7707 Artikel
Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Lehrer für Gesundheit- und Krankenpflege (Studium Umit/Wien)

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