DE: Studie: Pflege für Jugendliche als Beruf attraktiv aber unterbezahlt

(C) Asife

Pflegeberufe haben grundsätzlich großes Potenzial für die Berufswahl, wie eine Befragung unter Jugendlichen zeigt. 21 Prozent der Befragten können sich vorstellen, in der Pflege zu arbeiten. 4 Prozent sind sehr an einem Pflegeberuf interessiert, und 17 Prozent sind als Potenzialzielgruppe grundsätzlich interessiert, müssten aber noch stärker aktiviert werden. Der Beruf wird als anspruchsvoll und abwechslungsreich betrachtet. Die wichtigsten Kriterien der Jugendlichen für die Berufswahl werden allerdings nur teilweise erfüllt: Sie bewerten die Weiterentwicklungs- und Karrierechancen kritisch und nehmen das Gehalt als zu gering wahr.

Das sind Ergebnisse der repräsentativen Jugendbefragung „Kindertagesbetreuung und Pflege – attraktive Berufe?“. Die Zahlen wurden im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom SINUS-Institut erhoben. Für den Bereich Pflege wurden 1.005 Jugendliche im Alter von 14 bis 20 Jahren befragt.

Bundesjugendministerin Franziska Giffey führt dieses verstärkte Interesse auch auf die Corona-Pandemie zurück: „Gerade die vergangenen Monate haben uns gezeigt, dass Pflegefachkräfte und Erzieherinnen und Erzieher für unsere Gesellschaft doppelt systemrelevant sind: Sie leisten nicht nur hochqualifizierte Arbeit, sondern sichern zusätzlich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Millionen Mütter, Väter und Angehörige“, sagte sie bei der Vorstellung der Studie. Potenziale für die Berufswahl lägen vor allem auch bei Jugendlichen mit Abitur und jungen Männern.

Die Studie zeige aber auch: „Wichtige Hebel, um die Jugendlichen für einen Berufseinstieg zu gewinnen, sind mehr Gehalt, bessere Arbeitsbedingungen und Aufstiegsmöglichkeiten. Hier wollen wir mit Ländern und Tarifpartnern weiter vorankommen“, so Giffey

Die vollständige Studie liegt Mitte August vor.

Markus Golla
Über Markus Golla 7025 Artikel
Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Lehrer für Gesundheit- und Krankenpflege (Studium Umit/Wien)

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