DE: Stimmrecht für die Pflege

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(C) Ingo Bartussek

Springer Pflege hat den Kongress Pflege 2022 eröffnet | DPR-Präsidentin Christine Vogler fordert Beteiligung der Pflege im G-BA und bei Gesetzgebung | Arbeitsminister Hubertus Heil will Gehaltslücke zwischen Alten- und Krankenpflege verringern | Zahlreiche Live-Webinare bis zum 18. Februar

Über die Pflege wird in der Politik bisher immer noch weitgehend ohne die Pflege entschieden. Das bemängelte die Präsidentin des Deutschen Pflegerates (DPR) Christine Vogler auf der Eröffnung des Kongresses Pflege 2022 gestern Nachmittag. „So entstehen Gesetze, die an unserer Arbeit vorbeigehen“, sagte Vogler im Interview mit dem Chefredakteur der Ärzte Zeitung, Denis Nößler (Foto © Uschi Kidane | Springer Nature). Mit Hoffnung verwies Vogler auf den Koalitionsvertrag, der vorsieht, dass die Pflege im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) ein Stimmrecht bekommt. „Die Macht des G-BAs behindert bisher die Entwicklung der Profession“, so Vogler.

Neue Berufsbilder ­– wie die im Koalitionsvertrag erwähnte Community Health Nurse – seien nötig, so dass Pflegefachpersonen autonom handeln können. „Die Community Health Nurse könnte Wundmaterial verschreiben, Aufklärungsgespräche führen, Beratung und Familienbetreuung übernehmen“, berichtete Vogler. „Und hätten wir zu Beginn der Pandemie überall ganz selbstverständlich autonom handelnde School Nurses gehabt – ein erfolgreiches Modell in Brandenburg –, hätten wir heute eine andere Ausgangslage in den Schulen.“ Der Kongress Pflege 2022 – veranstaltet von Springer Medizin mit seinem Geschäftsbereich Springer Pflege – ist der alljährliche Auftakt in das Pflegejahr für tausende teilnehmende Pflegefachkräfte und Pflegemanager*innen, die sich fragen: Was setzt die Ampelkoalition in Sachen Pflege um? Zwei Ministerien melden sich anlässlich der Eröffnung zu Wort.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil betonte in seinem Grußwort, dass ihm gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne für die Pflegekräfte besonders am Herzen liegen. „Wir wollen die Gehaltslücke zwischen Alten- und Krankenpflege deutlich verringern.“ So würden ab dem 1. September 2022 nur noch die Pflegeeinrichtungen zur Versorgung zugelassen werden, die ihre Pflege- und Betreuungskräfte nach Tarif bezahlen. Für die Altenpflege hoffe er weiterhin auf einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag – der gesetzgeberische Weg sei dafür offen. „Mein Appell geht an die Arbeitgeberverbände und an die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in der Langzeitpflege, Verhandlungen zu führen und einen Tarifvertrag abzuschließen.“

Sabine Dittmar, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, setzte in ihrem Grußwort den Fokus unter anderem auf die Digitalisierung. „Für mich ist in diesem Zusammenhang besonders wichtig, dass die Pflege gleichberechtigt mit der Ärzteschaft, mit den Krankenhäusern, den Apothekern in die Telematik-Infrastruktur eingebunden wird. Der gesetzliche Rahmen dafür steht.“

Bei der Kongresseröffnung sind zudem die Pflegemanagement-Awards vom Bundesverband Pflegemanagement verliehen worden. Für ihr herausragendes politisches Engagement wurde DPR-Präsidentin Christine Vogler zur Pflegemanagerin des Jahres gekürt. „Christine Vogler hat sich als das Gesicht in der deutschen Pflege etabliert“, betonte Peter Bechtel, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Pflegemanagement e.V., der diesen Preis auch an drei Nachwuchs-Pflegemanager*innen des Jahres vergab. Bis zum 18. Februar erwarten die über 6.000 Teilnehmenden im Rahmen des Kongresses noch 17 Live-Webinare zu Pflegepolitik, Pflegemanagement und Pflegerecht. Alle Informationen zum Kongress Pflege 2022 hier. Mehr zum kostenpflichtigen Programm der Juristischen Fachveranstaltung, hier.

Kongressorganisation und Anmeldung:
Andrea Tauchert | Springer Medizin Verlag GmbH | tel +49 30 82787-5510

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)