DE: Spahn muss nachbessern – DPR fordert Pflegepersonalbemessungsverfahren für Krankenhäuser

(C) Deutscher Pflegerat

Angesichts der anhaltenden Krise der Pflege im Krankenhaus fordert der Deutsche Pflegerat (DPR) erneut die Bundesregierung auf, ein verbindliches Personalbemessungsverfahren einzuführen. Der DPR hat einen Vorschlag für ein solches Instrument gemacht, das kurzfristig einsetzbar wäre. Das Instrument berechnet den Versorgungsbedarf der einzelnen Patienten und ermittelt somit die Zahl der benötigten Pflegefachpersonen.

„Nur durch ein Pflegepersonalbemessungsinstrument, das auf den Versorgungsbedarfen beruht, erhalten wir eine zuverlässige Grundlage für eine Personalausstattung, die eine angemessene pflegerische Versorgung gewährleistet“ sagt Franz Wagner, Präsident des DPR. „Ohne ein solches Instrument bleiben zum Beispiel Personaluntergrenzen Stückwerk. Personaluntergrenzen sollen zudem nur die extremsten Auswüchse abfangen und als rote Linie dienen, die nicht unterschritten werden darf. Erste Erfahrungen zeigen, dass die Personaluntergrenzen nur in einem kleinen Teil von Krankenhäusern zu Verbesserungen führen. Durch die Begrenzung auf vier Fachbereiche gibt es eine Reihe von Fehlanreizen und es werden teilweise die Untergrenzen mit einer Obergrenze gleichgesetzt.

Der DPR hatte das bereits bei der Einführung befürchtet und erneuert seine Forderung nach einem analytischen Personalbemessungsverfahren als verbindliche Grundlage der Personalschlüssel. Nur durch bessere Personalschlüssel können von den zehntausenden Pflegefachpersonen, die den Beruf frustriert verlassen haben, welche überzeugt werden in ihren Beruf zurückzukehren. Das wäre die effektivste und einzige kurzfristig wirksame Methode, den gefährlichen Personalmangel in der Pflege – nicht nur im Krankenhaus – zu mildern.“

Der Vorschlag des Pflegerates für ein Pflegepersonalbemessungsinstrument (PPBI) ist auf der Website des DPR zu finden unter
https://deutscher-pflegerat.de/Fachinformationen/PPBI_DPR_Positionspapier_1903.pdf?m=1552638791&

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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