DE: „Schritt in die richtige Richtung“

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DBfK begrüßt die Maßnahmen der Bayerischen Staatsregierung zur Unterstützung des besonders belasteten Pflegepersonals / in der Langzeitpflege unbedingt nachsteuern / „Wir brauchen langfristige Perspektiven, um Pflegende im Beruf zu halten“

„Offensichtlich haben unsere jüngsten Gespräche mit bayerischen Landtagsabgeordneten im Beisein des Staatsministers für Pflege und Gesundheit gefruchtet. Gefordert haben wir eine Zahlung von 10 000 Euro verteilt auf zwei Jahre, die aus Steuermitten zu finanzieren ist und dauerhaft in eine Zulage überführt werden muss“, positioniert sich DBfK-Geschäftsführerin Dr. Marliese Biederbeck zu den jetzt aktuellen Beschlüssen der Bayerischen Staatsregierung, wonach den Kliniken Mittel zur Unterstützung des vor Ort besonders belasteten Pflegepersonals zur Verfügung gestellt werden soll. Das sei „ein erster Schritt in die richtige Richtung“. Um den Beruf deutlich aufzuwerten fordert der DBfK als Interessensvertretung der professionellen Pflege indes langfristige Perspektiven.

Zunächst begrüßt es der DBfK, dass sich die Bayerische Staatsregierung für die Initiative der Bundesregierung stark macht, wonach zeitnah das verfügbare Nettoeinkommen von Intensivpflegefachpersonen und Pflegefachpersonen mit vergleichbaren Belastungen im klinischen Bereich für das Jahr 2022 in Form einer befristeten Lohnsteuerbefreiung erhöht werden soll. Die bayerischen Politiker möchten sich dabei auch für die stationäre Langzeitpflege einsetzen. Dazu Dr. Marliese Biederbeck: „Auch wenn auf Intensivstationen derzeit die Belastung besonders hoch ist und eine monetäre Anerkennung hier besonders wichtig ist, darf nicht vergessen werden, dass auch in der Langzeitpflege die Pflegefachpersonen durch die Versorgung von an Covid erkrankten Bewohner:innen und Klient:innen hoch belastet sind. Auch in diesem Bereich muss dringend nachgesteuert werden. Zudem brauchen wir unbedingt weitere Anreize, um mehr Menschen für die professionelle Pflege zu gewinnen und sie langfristig im Beruf zu halten. Wir brauchen eine dauerhafte Aufstockung des Gehalts und müssen den Pflegenden jetzt Perspektiven aufzeigen und sie motivieren, weiter im Beruf zu bleiben. Es ist nämlich zu befürchten, dass Pflegende nach der Pandemie reihenweise den Beruf verlassen. Sie arbeiten seit vielen Monaten rund um die Uhr unter Hochdruck, überall fehlt es an Kolleginnen und Kollegen. Die Pflegeberufe aufwerten bedeutet außerdem, langfristig zu investieren, unter anderem in Form von Stipendien für Studierende in Höhe von 800 Euro monatlich und die Förderung der Pflegepädagogik, denn auch in der Lehre gibt es einen extremen Mangel an Fachpersonen.“

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)