AT: Schnelle Erholung nach Hüft- oder Kniegelenksersatz – Erfolgsgeschichte im Herz-Jesu Krankenhaus

4. November 2020 | News Österreich | 0 Kommentare

Reduzierung der Verweildauer und Komplikationsrate durch gezieltes Behandlungskonzept und Einbeziehung der Patientinnen und Patienten – bei gleicher Zufriedenheit

Wien (OTS) – Das Herz-Jesu Krankenhaus Wien gehört mit weit über 2000 endoprothetischen Eingriffen im Jahr 2019 zu den führenden Krankenhäusern auf diesem Gebiet. Durchschnittlich drei Tage verbringen Patientinnen und Patienten heute stationär nach einer Hüft- oder Kniegelenksersatz-Operation im Herz-Jesu Krankenhaus. Das war nicht immer so: In den 1990er Jahren verbrachten Operierte durchschnittlich ein Monat im Spital. Vor rund 10 Jahren startete die orthopädische Fachklink stufenweise ein Behandlungskonzept, welches zum Ziel hat, die Belastung für die Patientinnen und Patienten nach endoprothetischen Eingriffen so gering wie möglich zu halten. Seit 2015 arbeitet man offiziell nach dem Programm Rapid Recovery, das für eine rasche Genesung durch ineinandergreifende interdisziplinäre Maßnahmen steht. „Es ging uns bei der Einführung nicht darum, schneller zu werden.“, so Prim.Univ.-Doz. Dr. Wolfgang Schneider MSC, MBA, Vorstand der I. Orthopädischen Abteilung im Herz-Jesu Krankenhaus. „Im Vordergrund stand und steht für uns, die Belastung durch große Operationen für die Patientinnen und Patienten so gering wie möglich zu halten. Die rasche Mobilisierung ergab sich daraus von alleine.“

Schnellere Mobilisierung – geringeres Risiko – hohe Zufriedenheit

Das Herz-Jesu Krankenhaus hat rund 11.000 Patientinnen und Patienten, die seit Bestehen der Abteilung eine Hüft- oder Knie-Endoprothese erhalten haben, zu ihren persönlichen Erfahrungen nach der Operation befragt und die Aussagen analysiert. Das Ergebnis zeigte deutlich, dass seit der Einführung des neuen Konzeptes die Verweildauer von durchschnittlich 10,2 Tagen vor Beginn des Behandlungskonzeptes auf rund 3 Tage heute reduziert wurde. Gleichzeitig kam es aufgrund der rascheren Mobilisierung zu einem kompletten Rückgang von tiefen Beinvenenthrombosen und Lungenembolien auf 0 Prozent. Die subjektive Patientenzufriedenheit zeigte nach Einführung der schnelleren Mobilisierung ein besseres Ergebnis.

Schlüssel zum Erfolg sind Patienteninformation und Zusammenarbeit

Beginnend bei der Erstberatung der Patientinnen und Patienten bis zum Abschluss der Rehabilitation gehen die Expertinnen und Experten aus Anästhesie, Pflege, Orthopädie und Physiotherapie neue Wege und arbeiten eng zusammen. Die Anästhesie wendet Narkoseverfahren an, die für eine frühere Mobilisation besser geeignet sind und passt die Schmerztherapie an. Durch den Einsatz minimal invasiver Operationsverfahren und intensivierter Frührehabilitation gelingt es den Physiotherapeutinnen, gemeinsam mit den speziell geschulten Pflegekräften eine Mobilisierung bereits am Tag der Operation zu ermöglichen und die Verweildauer deutlich zu kürzen.

Eine umfassende Patienteninformation schon vor der Operation ist dabei ein Schlüssel zum Erfolg. Deshalb werden die Patienten von Anfang an geschult. So besuchen sie zum Beispiel vor der Operation eine Krückenschulung, bei der sie gemeinsam mit Physiotherapeuten üben, wie man mit Krücken richtig geht. „Wir alle – die Ärztinnen, Physiotherapeutinnen und Patientinnen – mussten lernen, dass nicht eine gewisse Verweildauer nach der Operation, sondern die Erreichung von sogenannten funktionellen Entlassungskriterien maßgeblich dafür ist, wie der Rückweg in die eigenen vier Wände aussieht“, sagt Dr. Gerhard Vavrovsky, Leiter der Abteilung für Physikalische Medizin und Rehabilitation im Herz-Jesu Krankenhaus. „Besonders wichtig dabei ist die enge Zusammenarbeit aller Abteilungen und die aktive Mitarbeit der Patientinnen und Patienten.“

Herz-Jesu Krankenhaus

Das Herz-Jesu Krankenhaus im 3. Bezirk in Wien ist eine orthopädische Fachklinik mit hoher internistischer Expertise in Rheumatologie, Osteologie und Remobilisation. Als eine der größten Kliniken im Bereich Gelenksendoprothetik bietet sie mit den Abteilungen für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Radiologie, Innere Medizin, Intensivmedizin und Schmerztherapie eine Rundum-Versorgung für rund 50.000 Patientinnen und Patienten (stationär und ambulant) jährlich. Das Herz-Jesu Krankenhaus ist ein Unternehmen der Vinzenz Gruppe. www.kh-herzjesu.at

Vinzenz Gruppe: Gesundheit kommt von Herzen

Im Sinne unserer christlichen Gründer/innen setzen wir uns gemeinsam für ein Gesundheitswesen in Österreich ein, in dem kompetente Medizin und Pflege von Herzen kommen. Gemeinnützigkeit ist unser Prinzip. Unsere Ordenskrankenhäuser, Pflegehäuser, Wohnangebote für Menschen mit Betreuungswunsch, Rehabilitationseinrichtungen und Präventionsangebote stehen allen Menschen offen – ohne Ansehen ihrer Konfession und ihrer sozialen Stellung. www.vinzenzgruppe.at

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)