DE: Projekt zu „digitaler Fastenzeit“ an der Uni Witten/Herdecke

23. August 2018 | News Deutschland | 0 Kommentare

Digitale Medien gehören zum Alltag der meisten Menschen und sind kaum noch wegzudenken. Sie bringen großen Nutzen, bergen aber ebenso Gefahren. Schleichend verändern sie die Art der Wahrnehmung, der Kommunikation und der menschlichen Beziehungen. Um ein wenig Abstand zu gewinnen, können „digitale Auszeiten“ hilfreich sein. Dazu wird an der Universität Witten/Herdecke (UW/H) nun ein Projekt entwickelt, welches für verschiedene Zielgruppen – von Erwachsenen bis zu Kindern und Jugendlichen – Angebote für eine Medienauszeit während der christlichen Fastenzeit entwickeln soll. Die Veranstaltung „Future of childhood” steht im Jahr 2018 unter dem Thema „Medienfasten” und findet am 6. und 7. Oktober 2018 an der UW/H statt. „Ziel ist es, das Projekt Medienfasten so zu entwickeln, dass es für die Allgemeinbevölkerung attraktiv wird, und den Prozess wissenschaftlich zu begleiten“, erläutern die Projektleiter Dr. Silke Schwarz und Prof. Dr. David Martin vom Gerhard Kienle Lehrstuhl für Medizintheorie, Integrative und Anthroposophische Medizin.

 

„Es gibt verschiedene Anzeichen dafür, dass Medien Auszeiten einem Menschen guttun würden“, so Silke Schwarz Jeder auf den alle oder zumindest einige der nachfolgenden Aussagen zuträfen, könne von einer „digitalen Fastenzeit“ profitieren:

  1. Ich verbringe mehr Zeit mit digitalen Medien als mit meinen Kindern.
  2. Ich hatte in der Vergangenheit, zum Beispiel im Urlaub, schon das Gefühl, dass es mir sehr gut tut, weniger Medien zu nutzen.
  3. Ich fühle mich gestresst von der Dauererreichbarkeit und Dauerberieselung und wünsche mir mal ungestörte medienfreie Zeit.
  4. Ich habe das Gefühl, dass ich ohne moderne Medien gar nicht mehr leben kann.
  5. Gute Freunde, mein Partner oder meine Kinder sagen, dass ich dauernd mit Medien beschäftigt bin.
  6. Mein Kind verbringt viel zu viel Zeit an den Medien und ich will ihm helfen und ein gutes Vorbild sein.

 

„Oft findet sich aber kein Impuls, kein Anlass und keine Struktur, um eine Änderung im Medienverhalten herbeizuführen, gerade in Familien“, so David Martin. „Fastenzeiten sind Zeiten der Reinigung und der Neuausrichtung. Gemeinsames Fasten mit Austausch in einer Gemeinschaft kann neue Perspektiven auf den Lebenswandel eröffnen. Daraus ein Modell zu entwickeln und wissenschaftlich zu begleiten, gerne auch mit Hilfe von interessierten Bürgerinnen und Bürgern aus Witten und Umgebung, ist Ziel der Veranstaltung.“

 

Interessierte Wittener Bürger und Bürgerinnen können Dr. Silke Schwarz per mail kontaktieren unter silke.schwarz@uni-wh.de

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)