DE: Priorisierung von Pflegepersonal folgerichtig

Markus Mai

Test-Priorisierung soll am Montag bei Bund-Länder-Konferenz beschlossen werden

Angesichts knapper werdender PCR-Tests möchte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach Beschäftigte in sensiblen Gesundheitseinrichtungen bei der Laborauswertung bevorzugen. Dazu gehört das Personal in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und ambulanten Pflegediensten. Dem neuen Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums zufolge sollen betroffene Beschäftigte der Teststelle eine entsprechende Tätigkeit nachweisen müssen, damit diese im weiteren Verlauf die Priorisierung im Vordruck ans Labor vermerken könne. Dazu Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz:

„Die Priorisierung für das Pflegepersonal bei der Auswertung von PCR-Tests finden wir folgerichtig. Noch immer stellen uns die hohen Infektionszahlen im Gesundheitswesen vor große Herausforderungen. Da dementsprechend auch die Testzahlen besonders hoch sind, wird vielerorts bei der Diagnostik die Kapazitätsgrenze erreicht. In der beruflichen Pflege ist es dabei enorm wichtig, durch regelmäßige und zuverlässige Testungen das Risiko des Nichterkennens von infizierten Personen zu reduzieren. Dies gilt sowohl für Krankenhäuser als auch für Pflegeheime, die Eingliederungshilfe sowie für den ambulanten Dienst. Eine Gefährdung des Pflegepersonals ist automatisch auch immer eine Gefährdung für die von den Beschäftigten versorgten Menschen. Daher gilt es stets, das Personal in der Pflege bei solchen Präventionsmaßnahmen vorzuziehen. In der Zukunft sollten die Kapazitäten für PCR-Untersuchungen jedoch zwingend aufgestockt werden, sodass erst gar nicht eine Diskussion um eine Priorisierung entstehen muss. Hier sehen wir den neuen Bundesgesundheitsminister und die Bundesregierung ebenfalls in der Verantwortung.“

„Bis auf die vorgenannte Maßnahme und die unsägliche Debatte um die Corona-Prämie haben wir aber bis jetzt noch keine weiteren gehört, mit denen man die Misere in der beruflichen Pflege beenden könnte. Wir erwarten hier zeitnah konkrete Vorschläge seitens der Bundesregierung als deutliches Signal für den Berufsstand. Ebenso erwarten wir, dass die Ergebnisse der Konzertierten Aktion Pflege aus der letzten Legislaturperiode konsequent weiterentwickelt werden und die Bundespolitik hier mehr als bisher deutlich Verantwortung und ausreichend finanzielle Mittel für die Umsetzung in die Hand nimmt. Wir dürfen hier keine Zeit mehr verlieren“, so Mai.

 

Hintergrund: Mit der einstimmigen Verabschiedung des Heilberufsgesetzes durch den rheinland-pfälzischen Landtag im Dezember 2014 ist die Landespflegekammer errichtet worden. Seit dem 01. Januar 2016 haben Pflegefachpersonen im Land damit eine kraftvolle Interessenvertretung erhalten. Die Landespflegekammer mit ihren gewählten Vertreterinnen und Vertretern nimmt die beruflichen, wirtschaftlichen und sozialen Belange der Mitglieder wahr.

Die Vertreterversammlung hat in der Sitzung vom 7. September 2021 den Vorstand der Landespflegekammer gewählt. Präsident der Kammer ist Dr. Markus Mai. Vizepräsidentin ist Andrea Bergsträßer. Die weiteren Mitglieder des Vorstandes sind Professorin Dr. Brigitte Anderl-Doliwa, Liesa Bach, Christoph Becker, Nina Benz, Silke Präfke, Marcel Schäfer und Sebastian Tensing.

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)