DE: Position des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe zur Errichtung einer Bundespflegeberufskammer

Berlin, 23.03.2017

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) fordert die Errichtung einer schlagkräftigen Bundespflegeberufskammer.
Die Bundespflegeberufskammer hat zwei zentrale Aufgaben:
1. Harmonisierung der Regularien, die durch die Landespflegekammern erlassen werden (Berufsordnung, Weiterbildungsordnung, etc.) durch die Verabschiedung von Rahmenordnungen, die empfehlenden Charakter haben. Dadurch könnte beispielsweise verhindert werden, dass die einzelnen Pflegekammern unterschiedliche Fortbildungsverpflichtungen in ihren Berufsordnungen vorgeben.

2. Politische Interessenvertretung der Kammermitglieder auf Bundesebene. Viele Rahmenbedingungen pflegerischer Berufsausübung werden durch Bundesgesetze oder bundeseinheitliche Richtlinien definiert. Hier müssen auch die Pflegekammern Einfluss nehmen. Eine Bundespflegeberufskammer wird das gemeinsame Sprachrohr aller Kammermitglieder.

Anforderungen an die zukünftige Bundespflegeberufskammer sind:

– Sie hat eine Binnenstruktur, die zu demokratischen Beschlussfassungen führt (vgl. Ärztetag).

– Sie repräsentiert mehrere Landespflegekammern mit dem mittelfristigen Ziel, Pflegekammern im gesamten Bundesgebiet zu umfassen.

– Sie ist finanziell unabhängig von Berufsfremden, d.h. sie finanziert sich ausschließlich aus Beiträgen aus den Landespflegekammern.

– Sie wird sorgfältig vorbereitet von den bestehenden Pflegekammern im Zusammenwirken mit dem Deutschen Pflegerat und/oder Pflegeberufsverbänden auf Bundesebene (DBfK).

– Ihre Gründung erfolgt ausschließlich durch die Landespflegekammern frühestens 2018, nachdem mindestens drei Landespflegekammern voll etabliert sind.
Eine Bundespflegeberufskammer wäre im Gegensatz zu den Pflegekammern auf Landesebene keine Körperschaft öffentlichen Rechts, sondern ein Verein. Ihr können demnach keine hoheitlichen Aufgaben übertragen werden.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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