DE: „Politik muss deutlich nachsteuern“

DBfK
(C) DBfK

Zum Equal Pay Day fordert der DBfK angesichts der Weiterentwicklung des Berufs eine deutliche Anpassung des Gehalts

Die professionelle Pflege entwickelt sich weiter und gestaltet die Zukunft mit: Pflegefachpersonen übernehmen Verantwortung und steuern unter anderem auch Digitalisierungsprozesse in der Pflege. „Sie erweitern ihre Kompetenzen, aber dies bildet sich noch immer nicht angemessen auf dem Gehaltszettel ab“, führt Dr. Marliese Biederbeck, Geschäftsführerin im DBfK Südost e.V. aus. Die Anforderungen im Pflegeberuf entwickeln sich ständig weiter, das Gehalt der Pflegefachpersonen ist aber nach wie vor weit entfernt von Gehältern in Berufen, die klassischer Weise von Männern gewählt werden. Der DBfK unterstützt daher die Kernforderungen des diesjährigen Equal Pay Day, wonach zusätzliche Qualifizierungen in der digitalen Arbeitswelt sich auch im Gehalt niederschlagen müssen. Noch immer verdienen Frauen im Schnitt 18 Prozent weniger als Männer, so der aktuelle Wert. Der Equal Pay Day am heutigen 7. März steht für die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern und markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen rein rechnerisch umsonst arbeiten, während Männer schon seit Jahresbeginn bezahlt werden.

„Bonuszahlungen sind kein geeignetes Instrument“

Welches Gehalt wird den Leistungen der professionell Pflegenden gerecht? Gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit forderte unlängst auch Ute Klammer, Soziologin an der Universität Duisburg-Essen, auf Basis einer Studie. Pflegefachpersonen lägen ungefähr auf dem gleichen Belastungslevel wie beispielsweise Ingenieure und müssten daher auch so bezahlt werden.Pflegenden steht gemessen an den Anforderungen und Belastungen deutlich mehr zu, das fordert der DBfK seit vielen Jahren, etwa mit einem Einstiegsgehalt von 4000 Euro. Das Tariftreuegesetz ist ein erster Schritt zur gleichberechtigten Bezahlung. Es wird die Bezahlung von Pflegenden in der Altenhilfe deutlich verbessern. Bonuszahlungen sind dagegen kein geeignetes Instrument für die Verbesserung der Situation in den Pflegeberufen. „Es braucht nachhaltige und dauerhafte Lösungen, um das Gehalt der Pflegefachpersonen auf das gleiche Niveau zu bringen, wie in vergleichbaren typischen Männerberufen. Die Politik muss hier deutlich nachsteuern,“ so Dr. Biederbeck.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)