DE: Pflegekammer in Hessen: Meinungsbild ohne Aussagekraft

22. November 2018 | News Deutschland | 0 Kommentare

In Hessen wurde von der Landesregierung kurz vor der Landtagswahl noch eine Meinungsumfrage zur Pflegekammer durchgeführt. Die Auswahl und Ansprache der zu Befragenden gestaltete sich nach uns vorliegenden Berichten chaotisch.

Laut dem Hessischen Sozialministerium haben sich 51,1% der befragten Pflegefachpersonen, die eine mindestens dreijährige Ausbildung erfolgreich absolviert haben, gegen die Gründung einer Pflegekammer ausgesprochen. Für eine Pflegekammer sind 42,9% der Befragten, 6% der Befragten hatten dazu keine Meinung.

„Das Ergebnis hat keine Aussagekraft, da die Befragung nicht repräsentativ angelegt war. Die Ergebnisse können auch nicht in diesem Sinne umgedeutet werden“, kommentiert Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats e. V. (DPR).

„Es ist bezeichnend, dass gerade diejenigen, die bei tatsächlich repräsentativen Befragungen mit positivem Ergebnis pro Pflegekammer immer deren Aussagekraft bezweifelt haben, jetzt auf der Basis dieser Zahlen einen Beweis gegen die Kammergründung erbracht sehen.

Wer jetzt glaubt, dass die Bundespflegekammer tot ist, der irrt“, wies Wagner abschließend hin. „Die Reaktionen auf das Ergebnis zeigen im Gegenteil, dass Pflegekammern und eine Bundespflegekammer dringender denn je für die Sicherung und Weiterentwicklung der Pflegeprofession in ganz Deutschland benötigt werden.

Wenn bestimmte Leute solche Angst vor Pflegekammern haben, ist das geradezu eine Empfehlung, das Ziel weiter zu verfolgen.“

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)