DE: „Pflege verdient mehr“ – zweite Phase der Kampagne startet

Die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein startet heute (Freitag 22. Januar) mit der zweiten Phase ihrer Kampagne „Pflege verdient mehr . . .“. Jetzt wird die bislang rein virtuell sichtbare Kampagne auch in natura bis Mitte Februar für mehr Aufmerksamkeit sorgen. Die Kampagne zielt mit einer Petition auf grundsätzliche Verbesserungen in der Pflege in Schleswig-Holstein.
Neben dem erweiterten Online-Marketing bei Google, YouTube und Facebook hängen ab heute in ganz Schleswig-Holstein Großflächen-Plakate und werben für mehr Gehalt, mehr Personal, mehr Anerkennung und mehr Entscheidungskompetenz für Pflegende im nördlichsten Bundesland.
„Ich freue mich sehr darüber, dass wir mit unserer Kampagne einen breiten, fruchtbaren und konstruktiven Dialog entfacht haben. Pflegende verdienen als eine der tragenden Säulen unserer Gesellschaft mehr Respekt, mehr Anerkennung, bessere Arbeitsbedingungen, mehr Entscheidungsfreiheiten und vor allem eine bessere Bezahlung“, erklärte die Präsidentin der Pflegeberufekammer Patricia Drube.
Die seit dem 16. Dezember vor allem bei Facebook, Instagram und Twitter ausgespielte Kampagne hat viele Menschen in Schleswig-Holstein erreicht. Allein auf Facebook wurden in den ersten fünf Wochen rund 100.000 Besuche gezählt. „Wir setzen mit der zweiten Phase der Kampagne darauf, noch mehr Bürgerinnen und Bürger zu erreichen und für das Ziel einer klaren und aktiven Unterstützung der Pflegenden zu gewinnen“.
„Wir zeigen mit unserer Kampagne, dass Pflege ein unverzichtbarer, existenzieller und sehr fordernder Beruf ist, der den Pflegenden viel gibt, aber zugleich auch viel abverlangt“, so Drube weiter. Insbesondere die vergangenen Monate der Corona-Pandemie hätten die Lücke zwischen lobenden Worten auf der einen und den teils dramatischen Arbeitsbedingungen und der viel zu geringen Bezahlung von Pflegenden auf der anderen Seite aufgezeigt, betonte die Kammerpräsidentin. „Es ist an der Zeit, diesen Konflikt nicht nur anzusprechen, sondern sichtbar zu machen
Ebenso wie die Bundespflegekammer fordert daher die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein unter anderem, die Gehälter in der Langzeitpflege und Rehabilitation schnell an die der Krankenhauspflege anzugleichen, einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag in der Langzeitpflege abzuschließen, der diese Angleichung umsetzt sowie das Lohnniveau für alle Pflegefachpersonen schrittweise auf ein Einstiegsgehalt von 4.000 Euro brutto anzuheben. Zudem sollten Pflegende auf Corona-Stationen einen sofortigen Zuschuss von 1.000 Euro erhalten. „Die Kampagne stellt als Online-Unterschriftensammlung allen Bürger*innen und Entscheider*innen in unserem Land die Frage, was uns als Gesellschaft gute Pflege wert ist. Damit erhebt die Kammer die Stimme für alle Pflegenden, aber auch für alle Menschen die eine dauerhaft verlässliche Pflege benötigen Das ist unsere Aufgabe, so Drube weiter.
Befragungsergebnisse bestätigten, dass nach der ersten Coronawelle und allem Applaus, sehr schnell wieder zur Tagesordnung übergegangen wurde. „Und das, obwohl es im Frühjahr so schien, als hätte die Öffentlichkeit begriffen, dass etwas in unserem System falsch läuft. Unsere Kampagne sorgt dafür, dass sich ein starker gesellschaftlicher Konsens für gute Pflege manifestiert. Mit der Kampagne wollen wir erreichen, dass jetzt nicht nachgelassen wird, bis sich wirklich etwas geändert hat, so die Kammerpräsidentin.
Link zur Online-Unterschriftensammlung/Mitmach-Aktion:
https://pflegeberufekammer-sh.de/aktuelles/pflege-verdient-mehr/
Markus Golla
Über Markus Golla 8741 Artikel
Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Lehrer für Gesundheit- und Krankenpflege (Studium Umit/Wien)

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