DE: Pflege: nicht gut geschützt im zweiten Lockdown

12. Februar 2021 | Covid19, News Deutschland | 0 Kommentare

In einer Online-Befragung vom Dezember 2020 wollte der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) von den beruflich Pflegenden wissen, ob sie sich in ihrem beruflichen Alltag für die zweite Welle der Pandemie vorbereitet und geschützt fühlen. Die Antworten von 3.571 Teilnehmenden liegen nun vor.

„Wir haben im Dezember 2020 die Umfrage durchgeführt, weil wir angesichts der steigenden Infektionszahlen wissen wollten, ob die beruflich Pflegenden sich für die zweite Welle besser gewappnet fühlen“, erläutert DBfK-Präsidentin Christel Bienstein. „Mehr als 57 Prozent der Teilnehmenden fühlen sich während ihrer Arbeit nicht sicher vor einer COVID-Infektion geschützt und 86 Prozent fürchten noch weitere Herausforderungen auf sich zu kommen. Nach neun Monaten Pandemie und den Erfahrungen aus der ersten Welle hätte der Schutz der beruflich Pflegenden besser vorbereitet sein müssen.“ Die Teilnehmenden der Umfrage arbeiten in unterschiedlichen Pflegebereichen und kommen aus allen Bundesländern. Fast 30 Prozent der Befragten gaben an, auf Intensiv- oder COVID-Stationen zu arbeiten.

Auf die Frage, bei welchen Schutzmaterialien Engpässe erwartet werden, gaben mehr als 56 Prozent an, dass sie einen Mangel an FFP-2- und medizinischen Schutzmasken fürchten. Bei rund 19 Prozent der Befragten herrschte hier zum Befragungszeitpunkt bereits ein Mangel. „Die FFP-2-Masken sind aktuell der sicherste Schutz, den die beruflich Pflegenden in ihrem Arbeitsalltag, der eben kein Abstandhalten möglich macht, nutzen können. Dass hier immer noch keine flächendeckende Versorgung herrscht, ist ein Skandal“, so Bienstein.

Bei steigenden Infektionszahlen fürchten die Teilnehmenden vor allem einen sich noch weiter verschärfenden Personalmangel. Dies gaben 51,4 Prozent der Befragten an. „Mit dieser Befürchtung geht die Sorge einher, dass die Menschen mit Pflegebedarf sowohl im Krankenhaus als auch in der Langzeitpflege nicht mehr sicher versorgt werden können“, erläutert Bienstein. „Die beruflich Pflegenden sind enormen Belastungen ausgesetzt und sie erhalten nur teilweise psychosoziale Unterstützung. Welche Folgen das haben könnte, zeigt uns vor allem die letzte unserer Fragen: Ein Drittel der Teilnehmenden denkt regelmäßig über einen Berufsausstieg nach. Was es bedeutet, wenn die Kolleginnen und Kollegen dies in die Tat umsetzen, dürfte allen klar sein: Es wird zu gravierenden Mängeln in der pflegerischen Versorgung kommen, die uns alle jederzeit betreffen können.“

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Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)