DE: Pflege muss Chefsache werden

BLPR fordert Masterplan Pflege von der Staatsregierung

(C) BLPR

München, 25. September 2019Der Bayerische Landespflegerat (BLPR) begrüßt die Schwerpunktsetzung des Ministerrats zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für professionelle Pflege. Die Kabinettssitzung am 24. September befasste sich mit dem Pflegekräftemangel und formulierte einzelne Bausteine, um die Attraktivität des Pflegeberufs zu erhöhen. Das erklärte Ziel des BLPR ist jedoch eine gebündelte, nachhaltige Lösung in Zusammenarbeit mit den pflegerelevanten Akteuren, um die pflegerische Versorgung langfristig gewährleisten zu können.

„Ob Fachkräftemangel, Nachwuchsgewinnung oder Pflegeberufereform – die bestehenden und anstehenden Herausforderungen sind ohne aufrichtige Unterstützung der Politik nicht zu meistern“, sagt die Vorsitzende des BLPR, Generaloberin Edith Dürr von der Schwesternschaft München vom BRK e.V. Sie zeigte sich deshalb erfreut über die Schwerpunktsetzung der heutigen Sitzung des Ministerrats, denn es bestehe dringender Handlungsbedarf im komplexen Themenfeld der pflegerischen Versorgung. „Das geplante ‚Bündnis für Fachkräftenachwuchs in der Langzeitpflege‘ ist richtig und wichtig, greift aber aus unserer Sicht zu kurz, denn in allen Versorgungsbereichen fehlen Fachkräfte “, moniert Dürr. „Weitere Maßnahmen, wie die vom Ministerrat geplante Imagekampagne zur Nachwuchsgewinnung oder die Unterstützung der Generalistischen Pflegeausbildung sind einzelne Bausteine, werden den komplexen Problemen jedoch nicht ausreichend Abhilfe schaffen“ ist sie überzeugt.

Die Umsetzung der generalistischen Pflegeausbildung ab dem kommenden Jahr ist für Dürr ein Schritt in die richtige Richtung; sie betont die Notwendigkeit einer auskömmlichen Finanzierung für den Ausbildungsweg des zukünftigen generalistischen Pflegeberufs, und zwar sowohl an Berufsfachschulen als wie auch an Hochschulen. Sie warnt: „Der Fachkräftemangel wirkt sich zum jetzigen Zeitpunkt bereits auf die Ausbildungsqualität aus, da eine flächendeckende Praxisanleitung nicht mehr gewährleistet werden kann.“ Natürlich weiß sie, dass die Attraktivität des Pflegeberufs auch von den herrschenden Rahmenbedingungen bestimmt wird. Bezahlbarer Wohnraum und adäquate Bezahlung sind für sie hierbei nur singuläre Schritte, die jedoch die grundsätzliche gesellschaftliche Anerkennung des Pflegeberufes außen vor lassen.

Der BLPR sieht daher den Vorstoß der Staatsregierung, erneut mit Einzelmaßnahmen den bestehenden Herausforderungen zu begegnen, sehr kritisch. „Diese reichen bei Weitem nicht aus, wir fordern deshalb einen ‚Masterplan Pflege‘ mit dem Ziel, die Profession Pflege zu stärken – und zwar unter Einbezug der relevanten Akteure auf Augenhöhe“, sagt Dürr. Dem Veränderungs- und Reformdruck in der pflegerischen Versorgung müssen nachhaltige und gebündelte Lösungen entgegengesetzt werden. „Wir erwarten“, so fährt die Vorsitzende fort, „dass der bayerische Ministerpräsident Pflege zur Chefsache macht.“

Wer ist der BLPR?
Der Bayerische Landespflegerat BLPR, vormals BAY.ARGE, fördert die Alten-, Gesundheits- und Krankenpflege sowie die Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, bündelt die berufspolitischen Aktivitäten seiner 17 Mitgliedsverbände und vertritt deren Positionen und Anliegen in der Öffentlichkeit. Der BLPR ist ein Zusammenschluss von eigenständigen Berufsverbänden, Schwesternschaften und Berufs- und Pflegeorganisationen. Wie auf Bundesebene der Deutsche Pflegerat vertritt der BLPR auf Länderebene die Pflegeberufe. Der BLPR, als Bayerische Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Pflegeberufe BAY.ARGE gegründet,  besteht seit 70 Jahren und ist damit der älteste Landespflegerat.

 

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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