DE: Patientensicherheit zu den Menschen vor Ort bringen

Aktionsbündnis Patientensicherheit zieht positive Bilanz zum dritten WHO-Welttag der Patientensicherheit

(C) Argus

„Mach Dich stark für Patientensicherheit: Sicher vom ersten Atemzug an“ – so lautet das Motto des Welttags der Patientensicherheit 2021. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) hatte das weltweite Motto der WHO für den dritten Welttag der Patientensicherheit – Act now for safe and respectful childbirth/Safe maternal and newborn care – für Deutschland aufgegriffen und adaptiert, um möglichst viele Veranstaltungen vor Ort anzuregen. Mit über 400 registrierten Aktionen bundesweit – und damit auch wieder deutlich mehr als im ersten Coronajahr 2020 – folgten Apotheken, Krankenhäuser, ärztliche Praxen und andere Gesundheitseinrichtungen dem Aufruf zum Mitmachen. Anlässlich des Aktionstags wurde auch die Zusammenarbeit mit Dr. Johannes Wimmer, dem beliebten Mediziner und Moderator, bekannt gegeben. Ziel ist, mit dem Thema Patientensicherheit und konkreten Verbesserungstipps die Menschen vor Ort zu erreichen.

„Sicher vom ersten Atemzug an – darunter verstehen wir als Aktionsbündnis Patientensicherheit die Aufforderung, Patientensicherheit von der Geburt an und in allen weiteren Lebensphasen ernst zu nehmen. Wir freuen uns, dass dieser Ansatz erfolgreich war und in diesem Jahr wieder deutlich mehr Einrichtungen aller Art eigene Aktivitäten vor Ort zur Verbesserung der Patientensicherheit entfalten,“ sagt Dr. Ruth Hecker, Vorsitzende des APS. Das APS hatte im Frühjahr aufgerufen, dass bundesweit Mitarbeitende und Institutionen im Gesundheitswesen mit eigenen Aktionen rund um den 17. September Patientensicherheit sichtbar machen. „445 Einrichtungen haben ihre Aktivitäten auf unserer Homepage registriert – und ausnahmsweise finden wir eine hohe Dunkelziffer sehr, sehr gut,“ sagt die Vorsitzende Hecker und kündigt bereits an: „Es wird im Jahr 2022 weitergehen. Uns ist aber wichtig, dass es auch dazwischen keine Pause darin gibt, dass wir uns alle gemeinsam für Patientensicherheit stark machen – jeden Tag!“

Medizinische, therapeutische oder andere Behandlungsfehler mit schweren Folgeschäden können auch in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe auftreten, darauf weist das Aktionsbündnis Patientensicherheit mit dem Motto 2021 hin. Häufig ist eine unzureichende Kommunikation zwischen den Beteiligten die Ursache. Wissenschaftliche Studien belegen, dass bis zu 72 Prozent der sogenannten „vermeidbaren unerwünschten Ereignisse“, darunter auch frühkindliche Todesfälle beziehungsweise Behinderungen sowie Schädigungen an Mutter und Kind, auf unsichere Kommunikations- und Abstimmungsprozesse zurückgehen. Hierauf lag dementsprechend auch der inhaltliche Schwerpunkt der zentralen Veranstaltung des APS zum dritten Welttag der Patientensicherheit in Berlin. Mit Projekten zur Schulung der Kommunikationsfähigkeiten von Beschäftigten wie Patientinnen sowie Simulations- oder Teamtrainings stellte das APS wichtige Ansatzpunkte für Verbesserungen der Patientensicherheit vor. Videobotschaften von Gesundheitsminister Jens Spahn und dem Präsidenten der Bundesärztekammer Dr. Klaus Reinhardt eröffneten neben der Begrüßung der Vorsitzenden Hecker die Veranstaltung, die kurz vor der Bundestagswahl den Appell sendete: „Patientensicherheit gehört auf die politische Agenda!“

„Den Schwerpunkt auf der Geburtshilfe, den die WHO für dieses Jahr vorgegeben hat, haben wir gern übernommen. Rund um Schwangerschaft und Geburt können die werdenden Mütter, aber auch ihre Angehörigen, besonders gut mit Angeboten erreicht werden, die sie darin stärken, zu ihrer eigenen Sicherheit während der Versorgung beizutragen. Vermeidbare unerwünschte Ereignisse, die in der Geburtshilfe genauso auftreten können wie in allen anderen Bereichen, können dort besonders schwere Folgen für das gesamte Leben nach sich ziehen. Deshalb sind wir als APS schon lange mit mehreren Projekten in diesem Bereich aktiv,“ sagt Prof. Dr. Reinhard Strametz, Generalsekretär des APS.

„Mir als Patientenvertreter ist besonders wichtig, dass der Appell, Patientensicherheit ernst zu nehmen, wirklich alle Menschen vor Ort erreicht. Denn eine möglichst sichere Versorgung braucht das Engagement von allen Beteiligten an jedem Tag!“ sagt Constantin Grosch, stellvertretender Vorsitzender des APS. „Oft erreichen gute Informationen aber die Patientinnen und Patienten nicht. Deshalb ist die Zusammenarbeit mit Dr. Johannes Wimmer, deren erstes Ergebnis wir nun der Öffentlichkeit vorstellen, so eine gute Nachricht. Über seine Erklärvideos können wir andere, neue Bevölkerungsgruppen erreichen und mehr bewirken.“

Der Moderator Dr. Johannes Wimmer gilt als Deutschlands beliebtester TV-Mediziner. Ganz nach seiner Devise „Wissen ist die beste Medizin“ erklärt Dr. Wimmer einem Millionenpublikum im Netz und TV (Dr. Wimmer Talk – NDR) auch komplizierte medizinische Zusammenhänge leicht verständlich, gut bekömmlich und immer mit einer Prise Humor. Anlässlich des Welttags der Patientensicherheit gibt das Aktionsbündnis Patientensicherheit nun die Unterstützung durch Dr. Wimmer bekannt. In der gemeinsamen Zusammenarbeit sind charmante Aufklärungsvideos entstanden, die dabei helfen werden, die Patientensicherheit in Deutschland weiter auszubauen. Den Auftakt macht ein Video zum Thema Sepsis bei Neugeborenen und Kleinkindern, das im Rahmen des Projekts #DeutschlandErkenntSepsis entstanden ist. Alle Videos können nach ihrer Veröffentlichung kostenlos auf der Webseite www.aps-ev.de sowie auf der Aufklärungsseite von Dr. Wimmer (www.doktorwimmer.de) abgerufen werden.

Finanziell gefördert werden die Aktivitäten des APS zum Tag der Patientensicherheit vom Bundesgesundheitsministerium (BMG).

Weiterführende Informationen:

www.tag-der-patientesicherheit.de

www.deutschland-erkennt-sepsis.de

www.doktorwimmer.de

https://www.youtube.com/channel/UCQvkr749rhN2vRrrk-iQWmw

https://www.facebook.com/AktionsbuendnisPatientensicherheiteV

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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