DE: „Neustart! Zukunftsagenda – für Gesundheit, Partizipation und Gemeinwohl“

Robert Bosch Stiftung überreicht dem Deutschen Pflegerat die Neustart! Zukunftsagenda

Am heutigen Dienstag (17.08.2021) überreicht Dr. Bernadette Klapper, Bereichsleiterin Gesundheit der Robert Bosch Stiftung GmbH, der Präsidentin des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR), Christine Vogler, die „Neustart! Zukunftsagenda – für Gesundheit, Partizipation und Gemeinwohl“ der Robert Bosch Stiftung.

Hierzu Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR): „Es ist Zeit für die Politik und alle Institutionen des Pflege- und Gesundheitsbereichs entschlossen richtig zu handeln. Die Robert Bosch Stiftung hat mit ihrer Initiative ´Neustart! Reformwerkstatt für unser Gesundheitswesen´ den Mut bewiesen, vielen Menschen zuzuhören und die wichtigen Dinge in ein Reformkonzept zu bündeln.

Daraus ist die ´Neustart! Zukunftsagenda – für Gesundheit, Partizipation und Gemeinwohl´ entstanden, die der Deutsche Pflegerat voll und ganz unterstützt.

In der Agenda wird eine Politik der langen Linie vorgeschlagen. Gefordert wird eine Neugestaltung des Gesundheitswesens mit Investitionen in langfristig zu erreichende Ziele und den für die Umsetzung benötigten richtigen Rahmenbedingungen. Der dabei eingeschlagene Weg ist richtungsweisend. Er deckt sich mit der vom Deutschen Pflegerat seit langem geforderten Roadmap für bessere Arbeitsbedingungen, mehr Kolleginnen und Kollegen in der direkten Patientenversorgung, mehr Beteiligung und Mitsprache sowie einer besseren Bezahlung der Profession Pflege.

Jedoch bedarf es aus Sicht des Deutschen Pflegerats insbesondere für die professionell Pflegenden einer sofortigen Umsetzung. Hier muss bereits heute gehandelt werden. Die Lösungen liegen bereits lange auf dem Tisch. Was fehlt, ist vielfach der politische Wille und der Mut zu handeln.

Die Agenda der Robert Bosch Stiftung weist zurecht darauf hin, dass die hohe Verantwortung der Gesundheitsberufe nach Unterstützung verlangt. Insbesondere der bislang nicht ausreichend beachtete eigenständige Beitrag der Pflegeberufe in der Gesundheitsversorgung muss endlich umfassend erkannt und als solcher gefördert werden.

Das Gesundheitssystem muss sich dauerhaft auf potenzielle Krisen einstellen, wie Pandemien und Katastrophenfälle infolge des Klimawandels als gelebter Normalfall. Hier muss eine Krisenvoreinstellung unter Mitwirkung der Profession Pflege verankert werden.

Weiter wird die Alterung der Gesamtbevölkerung zu einem anderen Krankheitsspektrum sowie zu mehr Investitionen in die Gesundheitsförderung und Prävention zur Reduktion des Versorgungsbedarfs führen müssen. Bildung ist dabei einer der größten Einflussfaktoren für die individuelle Gesundheit. Zudem ist die gesundheitliche Versorgung aller Altersgruppen gleichberechtigt in den Blick zu nehmen.

Ein Muss ist auch eine flexiblere Governance, die auf ihre tatsächliche Notwendigkeit beschränkt ist. Die Sozialgesetzgebung muss konsequent auf die Anforderungen der Zukunft ausgerichtet werden, bis hin zu einer grundlegenden Überarbeitung ihrer Gesetze.

Letztlich ist ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem insbesondere auf eine gute Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsberufen angewiesen. Diesen Perspektivwechsel fortzuführen ist mit entscheidend für eine bessere Gesundheitsversorgung der Zukunft.

Die ´Neustart! Zukunftsagenda – für Gesundheit, Partizipation und Gemeinwohl´ weist den richtigen Weg. Jetzt gilt es entschlossen und beherzt zu handeln.“

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen