DE: Mit Wissen über Demenz Unsicherheit abbauen

Viele Menschen fühlen sich zum Thema Demenz nicht ausreichend informiert und sind verunsichert. Die Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) und die Stiftung Gesundheitswissen starten darum am 14. September 2019 gemeinsam eine multimediale Informations-Kampagne.

Berlin, 13. September 2019. Zurzeit leben in Deutschland geschätzt etwa 1,7 Millionen Menschen mit Demenz. In den nächsten Jahrzehnten wird diese Zahl weiter steigen: Bis zum Jahr 2050 wird derzeit mit bis zu drei Millionen Menschen mit Demenz gerechnet. Aktuelle Studien zeigen, dass sich viele Bürger beim Thema Demenz schlecht informiert und unsicher fühlen. In einer bundesweiten Befragung des ZQP gaben 84 Prozent der über 2.500 Befragten an, dass sie sich mehr Informationen über Demenz wünschen.

Zur diesjährigen Woche der Demenz führen daher die Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege und die Stiftung Gesundheitswissen ab dem 14. September 2019 eine multimediale Informations-Kampagne durch. Ziel ist es, insbesondere die Alzheimer-Demenz aus allen Richtungen zu beleuchten. Dazu dienen unter anderem zehn kurze Filme. Darin berichten Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen vom Leben mit der Erkrankung. Zudem beantworten Gesundheits-Experten häufige Fragen zum Thema. Daneben gibt es viele weitere kostenlose Informationsangebote, zum Beispiel Hinweise zu Behandlungsoptionen und Tipps zum Alltag mit Demenz.

„Demenz gehört zu unserer Gesellschaft. Immer mehr Menschen sind damit konfrontiert – und oft auch überfordert. Wissen über die Erkrankung und den richtigen Umgang damit kann helfen, Unsicherheiten abzubauen und Menschen mit Demenz offen zu begegnen. Dazu wollen wir mit unserer Informations-Kampagne beitragen“, erklärt Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender der beiden Stiftungen.

Die Videos widmen sich daher zentralen Fragen: Professor Andreas Fellgiebel von der Rheinhessen-Fachklinik Alzey erläutert, was Demenz aus medizinischer Sicht ist, wie die Diagnose gestellt wird und wie sich Betroffene und Angehörige auf die Untersuchung beim Arzt vorbereiten können. Daniela Sulmann vom ZQP erklärt, wie sich die Diagnose Demenz auf den Alltag auswirken kann. Zudem informieren die Praxisexpertinnen Helga Schneider-Schelte von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft und Bettina Grundmann-Horst vom Ambulanten Betreuungszentrum Berlin über Unterstützungs- und Entlastungsangebote für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Tipps zum Umgang mit herausforderndem Verhalten bei fortgeschrittener Demenz, etwa starker Unruhe oder Wut, gibt Professorin Daniela Holle von der Hochschule für Gesundheit Bochum. Aber auch die Betroffenen kommen zu Wort: Sie berichten, was für sie die Diagnose Demenz bedeutet. Das ist realistisch, berührt und vermittelt auch positive Eindrücke.

„Mit der Diagnose Demenz ändert sich das Leben der erkrankten Menschen und auch das ihrer Angehörigen. Vieles muss neu überlegt und organisiert werden – von der Alltagsgestaltung und den Verantwortlichkeiten bis hin zu Anpassungen im Wohnumfeld. Viele Angehörige fragen sich dabei: Mache ich alles richtig? Wichtig ist, dass die Familien damit nicht allein bleiben. Es gibt viele Informations- und Unterstützungsangebote. Auch das wollen wir mit unserer Kampagne zeigen“, fasst Suhr zusammen.

Die Informationsangebote sind über die sozialen Kanäle und auf den Webseiten der beiden Stiftungen frei zugänglich: www.zqp.de und www.stiftung-gesundheitswissen.de

Markus Golla
Über Markus Golla 5113 Artikel
Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Studiengangsleitung (FH) und Vortragender im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege, Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (UMIT/Hall)

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