DE: Mehr Patientensicherheit auch im deutschen Gesundheitssystem!

Prof. Christel Bienstein

er Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe begrüßt, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ab diesem Jahr den 17. September als weltweiten Aktionstag ausgerufen hat – den Internationalen Tag der Patientensicherheit. „Die Sicherheit von Menschen mit Pflegebedarf – ob im Krankenhaus, im Pflegeheim, der ambulanten Pflege oder anderen Settings – hängt vor allem von der Qualifikation und der Kapazität des Pflegefachpersonals ab. Große wissenschaftliche Untersuchungen haben das wiederholt belegt. Hier darf es deshalb keine Abstriche geben, schon gar nicht aus ökonomischen Gründen. Die Menschen erwarten, dass ihr Vertrauen in das Gesundheitssystem und seine Expertinnen und Experten in den Gesundheitsberufen nicht enttäuscht wird. Sie erwarten Hilfe, respektvolle und kompetente Betreuung und Begleitung, verlässliche Informationen sowie auf Augenhöhe zu treffende gemeinsame Therapieentscheidungen. Das deutsche Gesundheitssystem hat den Menschen und seine individuellen Bedürfnisse zunehmend aus dem Blick verloren; wir brauchen deshalb endlich einen Paradigmenwechsel hin zur Patienten- und Mitarbeiterorientierung“, fordert DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein.

Der International Council of Nurses (ICN) weist ebenfalls auf den unmittelbaren Zusammenhang zwischen Patientensicherheit und Pflegepersonalausstattung hin: „Das sind zwei Seiten einer Medaille. Patientensicherheit lässt sich nicht erreichen, wenn keine angemessene Pflegepersonalausstattung sichergestellt wird.“

„Sicherheitskultur auf allen Ebenen“ – das diesjährige Motto des Tags der Patientensicherheit erfordert ein konsequentes Umdenken und strategische Neuausrichtung, von ganz oben bis ganz unten. Das Gesundheitssystem dient der Gesundheit von Menschen, es bringt allerdings auch gefährliche Risiken mit sich, viele davon sind vermeidbar. Mit dem Internationalen Tag der Patientensicherheit soll dieses Thema ins Bewusstsein aller Beteiligten gerückt und Bemühungen verstärkt werden, damit Fehler und Schäden vermieden werden, bevor Patientinnen und Patienten davon betroffen sind. Das erfordert kritische Selbstreflektion jedes Einzelnen. Aber auch Strukturen, Prozesse und Zusammenarbeit bei der Behandlung gehören immer wieder auf den Prüfstand. Denn nach Einschätzung der WHO zählt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine unzureichende Patientensicherheit zu den zehn häufigsten weltweiten Ursachen für dauerhafte Behinderungen und Todesfälle.

Markus Golla
Über Markus Golla 4929 Artikel
Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Studiengangsleitung (FH) und Vortragender im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege, Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (UMIT/Hall)

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