DE: Masterplan Pflege gefordert

Der DBfK schlägt eine Bildungsoffensive, weitere Aufgabenfelder und eine deutlich bessere Bezahlung für die professionelle Pflege vor / „Der Reformplan Pflege reicht nicht aus, um den Beruf attraktiver zu machen“

(C) DBfK

„Wir begrüßen es sehr, dass der Bayerische Gesundheitsminister den dringenden Handlungsbedarf erkannt hat und sich für mehr gut qualifizierte Pflegefachpersonen einsetzen will“, wertet DBfK-Geschäftsführerin Dr. Marliese Biederbeck den am Sonntag vorgelegten Reformplan Pflege. Allerdings gehen die Vorschläge nicht weit genug: „Wir brauchen einen Masterplan für die Profession Pflege, der unter anderem eine Bildungsoffensive, weitere Aufgabenfelder sowie eine deutlich bessere Bezahlung beinhaltet“, so Biederbeck.

Besonders positiv sei zunächst, dass das Aufgabengebiet an Attraktivität gewinnen soll, indem einzelne heilkundliche Tätigkeiten auf Pflegefachpersonen übertragen werden, beurteilt der DBfK die Pläne Klaus Holetscheks. „Mit diesen und weiteren Forderungen haben wir lange auf die Politik eingewirkt“, so Dr. Biederbeck weiter. Auch nimmt der DBfK zur Kenntnis, dass primärqualifizierende Pflegestudiengänge ausgebaut undZuschläge für Überstunden, Wochenendarbeit und Nachtarbeit künftig stärker steuerlich begünstigt werden sollen. Das seien sicher wichtige Bausteine, den Beruf aufzuwerten, dabei spielt die Bezahlung eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Insgesamt greift die Pflegereform nicht weit genug: „Wir brauchen einen Masterplan für die Profession Pflege, um die Attraktivität des Berufs entscheidend zu verbessern. Insellösungen reichen hier nicht aus. Stattdessen schlagen wir ein Bündel an Maßnahmen vor, das nachhaltig und umfassend ist und vor allem jetzt schnell umgesetzt wird“, sagt Dr. Marliese Biederbeck.

Der DBfK fordert unter anderem:

  1. Eine Bildungsoffensive: Neben dem Ausbau der grundständigen Studiengänge sind auch Studiengänge für Pflegepädagogik und Pflegemanagement notwendig. Ferner muss auch der wissenschaftliche Nachwuchs an den Hochschulen in Form von Stipendien-, Promotions- und Forschungsprogrammen gefördert werden. Da es nach wie vor keinen einzigen Lehrstuhl Gesundheits- und Pflegewissenschaft an einer Universität in Bayern gibt, besteht auch hier dringend Nachholbedarf.
  2. Neue Aufgabenfelder für die Pflege: Die Attraktivität lässt sich durch Übertragung heilkundlicher Tätigkeiten verbessern, aber auch durch die Etablierung neuer Aufgabenfelder in der Schulgesundheitspflege und im öffentlichen Gesundheitsdienst. Der DBfK empfiehlt, die Community Health Nurse zu etablieren.
  3. Eine deutlich bessere Bezahlung: Die im Rahmen der Pflegeform geplanten steuerlichen Begünstigungen und Zuschüsse sind eine wichtige Maßnahme, dürfen sich aber nicht in Cent-Bereichen abspielen sondern müssen in einer angemessenen und der Verantwortung gerechten Bezahlung münden, die den Einrichtungen refinanziert wird.
Markus Golla
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Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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