DE: Internationaler Frauentag: Pflegepersonal wartet vergeblich auf gerechte Vergütung

Landespflegekammer veröffentlicht Aufruf an Tarifpartner

Markus Mai

Anlässlich des Internationalen Frauentags plädiert Präsident Dr. Markus Mai für umfassende Reformen in der beruflichen Pflege. Gerade der heutige Tag sollte eine Erinnerung daran sein, welche elementare Rolle das Pflegepersonal bei der Sicherstellung der pflegerischen Versorgung einnimmt. So Mai weiter:

„Rund zwei Drittel der Beschäftigten in der beruflichen Pflege sind weiblich. Nur durch den unermüdlichen Einsatz der Pflegefachpersonen in Einrichtungen und Kliniken war es bislang möglich, das deutsche Gesundheitswesen vor einem Kollaps zu bewahren. Dies sollte auch entsprechend gewürdigt werden. Mit einer einmaligen Auszahlung von Sonderprämien oder dem Mindestlohnansatz bei Tarifverhandlungen gewinnt man keinen Blumentopf. Wir werden nicht müde zu betonen, dass für eine gerechte Vergütungsstruktur ein Einstiegsgehalt für alle vollzeitbeschäftigten Pflegefachpersonen von mindestens 4.000 Euro erforderlich ist. Von Einmalzahlungen und unzureichenden Tarifverträgen darf sich das Pflegepersonal nicht weiter abspeisen lassen. Bereits vor der Pandemie war die Systemrelevanz unseres Berufsstands unbestritten. Die letzten 12 Monate haben dies bestätigt und sollten Grund genug für eine Anpassung der Arbeitsbedingungen sein.“

„Mit einem offenen Brief möchten wir an die Tarifpartner appellieren, sich unserer Forderung anzuschließen und diese bei den nächsten Verhandlungen miteinzubringen. Dabei wenden wir uns auch ganz explizit an das Arbeitgeberlager, das ja ebenfalls entsprechende Vorschläge machen kann. Unterstützung erhalten wir bereits durch die anderen Pflegekammern sowie durch viele Berufsverbände. Für eine nachhaltige Verbesserung in der beruflichen Pflege ist es allerdings erforderlich, dass alle an einem Strang ziehen. Sonst müssen wir damit rechnen, dass die berufliche Pflege als Säule unseres Gesundheitswesens irgendwann völlig wegbricht“, warnt Mai.

Hintergrund: Mittlerweile wurden in allen Bundesländern umfangreiche Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung und der Verlangsamung der Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus getroffen. Die Zahl der in Rheinland-Pfalz bestätigten Fälle ist mittlerweile auf 104.250 (Stand: 8. März 2021) gestiegen.

Die Landespflegekammer steht in engem und ständigen Austausch mit sämtlichen relevanten Stellen und Behörden zur aktuellen Lage. Das gemeinsame Ziel aller Anstrengungen ist es, die aktuelle Lage laufend zu bewerten und Maßnahmen zu treffen, die die adäquate Versorgung im Gesundheitswesen kurz-, mittel- und langfristig sicherstellen.

Als Pflegekammer Rheinland-Pfalz haben wir eine Task-Force einberufen, die insbesondere die Situation in den Pflegesettings laufend analysiert und Maßnahmen mit den Partnern in Rheinland-Pfalz und auf der Bundesebene abstimmt. Schwerpunkte sind derzeit die Versorgungslage innerhalb des Gesundheitswesens, Sonder-Qualifizierungsmaßnahmen für Pflegefachpersonen und die Sicherstellung der personellen Ressourcen in der pflegerischen Versorgung.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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