DE: Infos zum Impfen bei Autoimmunerkrankungen

11. Dezember 2022 | News Deutschland

Menschen mit Autoimmunerkrankungen haben ein höheres Risiko als andere, an Infektionen so schwer zu erkranken, dass sie ins Krankenhaus müssen, oder sogar daran zu sterben. Deswegen ist ein umfassender Impfschutz so wichtig. Alle Infos dazu, wie Impfungen wirken, welche empfohlen werden und warum man sich keine Sorgen zu machen braucht, dass eine Impfung die chronische Erkrankung verschlechtert, fasst das Team des Projekts VAC-MAC unter Koordination der Klinik für Neurologie der Ruhr-Universität Bochum auf einer neuen Webseite (http://vac-mac.de/) zusammen. Außerdem gibt es einen Podcast.

Viele Sorgen und Fragen

Zu den chronisch entzündlichen Erkrankungen, die durch das Immunsystem vermittelt werden, gehören die Multiple Sklerose (MS), diverse entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sowie die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, zusammengefasst im Kürzel MAC für MS/Arthritis/Colitis. Die Erkrankungen werden häufig mit Medikamenten behandelt, die in das Immunsystem eingreifen, um eine überschießende Immunreaktion zu verhindern. Damit handelt man sich ein erhöhtes Infektionsrisiko ein. „Es ist deswegen besonders wichtig für Betroffene, für einen guten Impfschutz zu sorgen“, sagt Projektleiterin Prof. Dr. Kerstin Hellwig aus der Neurologie im St. Josef Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum. „Leider sind viele von ihnen noch unzureichend geimpft, was wir auch auf mangelnde Information zurückführen.“

Patientinnen und Patienten treiben mit Blick auf die eigene Gesundheit und auch der ihrer Kinder viele Fragen um. Kann eine Impfung zum Beispiel einen Schub der Erkrankung auslösen oder ihr Fortschreiten begünstigen? Wie wirken Impfungen eigentlich? Und können sie Menschen überhaupt vor Infektionen schützen, wenn ihr Immunsystem durch Medikamente beeinflusst ist? Antworten auf diese und viele andere Fragen gibt die Webseite in übersichtlicher Form. Außerdem erscheint regelmäßig ein Podcast, der Fragen zum Themenfeld aufgreift und allgemeinverständlich beantwortet. Die Webseite richtet sich sowohl an Betroffene als auch an behandelnde Ärztinnen und Ärzte.

Kooperationspartner

An dem Projekt sind, neben der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums im St. Josef Hospital, die Abteilung für Allgemeinmedizin der Ruhr-Universität unter Leitung von Prof. Dr. Horst Christian Vollmar sowie die Abteilung für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie der Ruhr-Universität unter Leitung von Prof. Dr. Nina Timmesfeld, die Universität zu Köln, die St. Elisabeth Gruppe, das Universitätsklinikum Jena, die BARMER sowie die TAKEPART Media + Science GmbH beteiligt.

Förderung

Das Projekt wird aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert, Förderkennzeichen: 01VSF21044.

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)