DE: ICN fordert Pflegekräfte auf, im Mittelpunkt der neuen globalen WHO-Vereinbarung zur Prävention und Bekämpfung von Pandemien zu stehen

1. Oktober 2022 | News international | 0 Kommentare

Der International Council of Nurses (ICN) hat seine Ansichten bei der zweiten Runde der öffentlichen Anhörungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Formulierung eines neuen internationalen Abkommens zur Prävention und Bewältigung weiterer Pandemien dargelegt.

Die WHO hat im Dezember 2021 das Zwischenstaatliche Verhandlungsgremium eingesetzt, um im Anschluss an einen Bericht des Unabhängigen Gremiums für Pandemievorsorge und -reaktion über die Folgen der COVID-19-Pandemie eine Vereinbarung oder einen Vertrag auszuarbeiten.

Die erste Runde der öffentlichen Anhörungen fand vom 12. bis 13. April 2022 statt. Die Beiträge zur zweiten Anhörungsrunde drehten sich um die Frage: „Was sollte Ihrer Meinung nach auf internationaler Ebene angegangen werden, basierend auf Ihren Erfahrungen mit der COVID-19-Pandemie? um sich besser vor zukünftigen Pandemien zu schützen?“

In der Vorlage von ICN sagte Chief Executive Officer Howard Catton:

 

„Als Krankenpflegefachkraft und Chief Executive Officer des International Council of Nurses fühle ich mich geehrt, im Namen der Krankenpflegefachkräfte der Welt zu sprechen.

„Die COVID-19-Pandemie hat einen enormen Tribut von der körperlichen und geistigen Gesundheit von Gesundheitspersonal auf der ganzen Welt gefordert, Millionen infiziert und den Tod von mehr als 180.000 von ihnen verursacht. Infolgedessen beobachten wir jetzt weltweit ein alarmierend hohes Maß an Stress und Burnout bei Pflegekräften.

„Die eigene Arbeit von ICN zu den Auswirkungen der Pandemie und ihren Auswirkungen auf das weltweite Pflegepersonal zeigt, dass wir bis 2030 möglicherweise bis zu 13 Millionen Pflegekräfte ersetzen müssen. Wir glauben, dass dieser Arbeitskräftemangel die größte Einzelbedrohung für die globale Gesundheit ist.

„Unsere Botschaft an die Vereinten Nationen lautet, dass Krankenpflegefachkräfte und medizinisches Personal im Mittelpunkt des neuen Instruments oder der neuen Konvention stehen müssen und dass die daraus resultierenden Pläne die Unterstützung, den Schutz und die Sicherheit von Krankenpflegefachkräfte und medizinischem Personal besonders hervorheben sollten.

„Ausgaben für das Gesundheitswesen sind keine Kosten, sondern eine gusseiserne Investition, die enorme Renditen bringt. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Welt solidarisch handelt, um Gesundheitspersonal zu unterstützen, zu schützen und in sie zu investieren, und anerkennt, dass eine gute Gesundheit das Fundament unserer globalen Sicherheit und unseres Schutzes ist. Gesundheit und Frieden sind untrennbar miteinander verbunden und beides ist ohne Gesundheitspersonal nicht möglich. Vielen Dank.“

Das Verhandlungsgremium soll der 76. Tagung des Leitungsgremiums der WHO, der Weltgesundheitsversammlung (WHA), im Mai 2023 einen Fortschrittsbericht vorlegen und seine Ergebnisse der 77. WHA im Mai 2024 zur Prüfung vorlegen.

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)