DE: Gesundheitsversorgung braucht Mut zum Strukturwandel

20. November 2022 | News Deutschland

Vom 14. bis 17. November 2022 fand in Düsseldorf der Deutsche Krankenhaustag statt, an dem sich auch der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) beteiligt hat. Bernadette Klapper, Bundesgeschäftsführerin des DBfK, sieht Reformbereitschaft und Gestaltungswillen bei den Akteur:innen der Krankenhauslandschaft.

„Der Deutsche Krankenhaustag ist ein wichtiges Dialogforum für alle Akteur:innen in der deutschen Krankenhauslandschaft. In diesem Jahr waren Gestaltungswille und Reformbereitschaft deutlich spürbar und die diskutierten Perspektiven gingen auch über die Krankenhausversorgung hinaus“, so DBfK-Bundesgeschäftsführerin Bernadette Klapper. „Bundesgesundheitsminister Lauterbach hat strukturverändernde Reformen angekündigt, die aus Sicht der Profession Pflege auch dringend nötig sind. Es gibt jetzt die Chance, die Gesundheitsversorgung in Deutschland nachhaltig zu verbessern. Die professionell Pflegenden sind bereit für einen mutigen Strukturwandel und wollen diesen mitgestalten.“

„Wenn Gesundheitsminister Lauterbach den Schritt zu mehr tagesstationären Behandlungen gehen will, dann braucht es wohnortnahe Strukturen, die bei Komplikationen schnell erreichbar sind, die auf diese Behandlungen vorbereiten und die Nachsorge übernehmen können“, so Klapper. „Multiprofessionelle Gesundheitszentren mit Community Health Nurses haben sich international bewährt und können auch die deutsche Versorgungslandschaft spürbar verbessern. In ihnen treffen Gesundheitsförderung, Prävention und medizinisch-pflegerische Versorgung zusammen. Die Ergänzung durch Kurzzeitliegerbetten und Tagesinterventionen ist möglich.“

Für Klapper gehört zu einem Strukturwandel auch, dass der professionellen Pflege mehr Raum in der Mitgestaltung der Gesundheitsversorgung eingeräumt wird. „Das große Potenzial von Pflegefachpersonen mit Hochschlussabschluss muss gehoben werden. Wir können es uns nicht mehr leisten, dass Kolleg:innen, die sich weiterentwickeln wollen, der Versorgungspraxis verloren gehen. Die Community Health Nurse auf Masterniveau kann eine attraktive Perspektive sein und die Versorgung sichern.“

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)