DE: Gesundheit beginnt im Mund!

Aufruf zur Teilnahme am Modellprojekt Mundgesundheit in der Pflege

Gesundheit beginnt im Mund! Doch gerade, wenn Menschen pflegebedürftig werden, sich nicht mehr selbst die Zähne putzen können, kommt es über kurz oder lang zu Mundgesundheitsproblemen – oft mit schwerwiegenden Folgen. Ein neuer Expertenstandard soll die Versorgung nun verbessern. Er wird in Kürze modellhaft in die Praxis eingeführt. Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein und Zahnärztekammer Schleswig-Holstein rufen Pflegeeinrichtungen auf, sich an diesem Modellprojekt zu beteiligen. Bewerbungen sind noch bis zum 25. Juni möglich.

Eine gute Mund- und Zahnpflege fördert die Gesundheit und bedeutet Lebensqualität – und das für Menschen aller Altersgruppen. „Bei pflegebedürftigen Menschen sehen wir häufig eine Beeinträchtigung der Mundgesundheit“, sagt Dr. Michael Brandt, Präsident der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein. „Das schränkt nicht nur das Wohlbefinden und die Nahrungsaufnahme ein, sondern kann auch zu ernsten Folgeerkrankungen führen. Eine schlechte Mundgesundheit erhöht das Risiko für Lungenentzündungen, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.“

Neuer Expertenstandard bündelt pflegerisches und zahnärztliches Wissen

Der neue Expertenstandard „Erhaltung und Förderung der Mundgesundheit in der Pflege“ soll die Mund- und Zahnpflege pflegebedürftiger Menschen künftig verbessern. „Der Standard wurde gemeinsam von Pflegeexperten und Zahnärzten entwickelt und in Form eines Expertenstandards für die Praxis aufbereitet“, erläutert Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein. „Dieser interdisziplinäre Standard ist eine wichtige Hilfestellung, um die Mundgesundheit von Menschen in Pflegeeinrichtungen zu fördern. Pflegende übernehmen die Beobachtung und oft auch die Durchführung der Mund- und Zahnpflege bei pflegebedürftigen Menschen. Wenn sie über ausreichend Zeit, Hilfsmittel und Wissen verfügen, können sie entscheidend zur Mundgesundheit und damit auch zu mehr Lebensqualität beitragen.“

Es ist bereits der elfte Expertenstandard des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP), zum ersten Mal mit Beteiligung zahnmedizinischer Fachgruppen. Das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP), die Bundeszahnärztekammer (BZÄK), die Deutsche Gesellschaft für Alterszahnmedizin (DGAZ) und die Arbeitsgemeinschaft Zahnmedizin für Menschen mit Behinderung (AG ZMB) ziehen bei der Entwicklung des Expertenstandards an einem Strang.

Pflegeeinrichtungen für Modellprojekt gesucht

Der neue Expertenstandard soll von September 2021 bis März 2022 in circa 25 Einrichtungen der stationären Altenhilfe, ambulanten Pflegediensten, Krankenhäusern und weiteren Einrichtungen modellhaft eingeführt werden. Damit sollen Erkenntnisse gewonnen werden, wie praxistauglich der Expertenstandard ist und welche Voraussetzungen nötig sind, damit der Standard in allen deutschen Pflegeeinrichtungen eingeführt werden kann.

Interessierte Einrichtungen können sich bis zum 25. Juni 2021 beim DNQP für die Teilnahme an dem Modellprojekt bewerben.

Die schleswig-holsteinische Pflegeberufekammer und Zahnärztekammer rufen gemeinsam alle Pflegeeinrichtungen in Schleswig-Holstein auf, sich für dieses wichtige Projekt zu bewerben. 

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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