DE: Geringe Antikörper-Bildung nach erster COVID-19-Impfung bei Patient:innen mit Multiplem Myelom

Hamburg-Eppendorf (UKE)

(C) David A Litman

Bei einem wesentlichen Teil von Patient:innen mit einem Multiplem Myelom entwickeln sich nach der ersten Corona-Schutzimpfung noch keine COVID-19-Antikörper. Das haben Forschende des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) in einer systematischen Untersuchung von Myelompatient:innen vor und nach der ersten Impfung beobachtet und ihre Ergebnisse im Fachmagazin Cancers veröffentlicht. Zugleich war aber die Wahrscheinlichkeit, schon nach der ersten Impfung einen positiven Antikörper-Titer aufzuweisen, bei Patient:innen mit einer höheren Anzahl von B-Zellen signifikant größer. Allerdings sind diese Zellen bei vielen Myelompatient:innen oft durch begleitende Therapien erniedrigt. Auch bei jungen Patient:innen und bei Patient:innen mit einer gut kontrollierten Myelom-Erkrankung bildeten sich schon nach der ersten Impfung mehr Antikörper-Titer als bei älteren Myelom-Patient:innen. Darüber hinaus stellten die Wissenschaftler:innen der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik des UKE fest, dass eine Therapie mit den gegen CD38-gerichteten-Antikörpern Daratumumab und Isatuximab die Impfantwort schwächt. Dagegen beeinträchtigt die Therapie mit sogenannten immunmodulierenden Substanzen die Bildung von COVID-19-Antikörpern nach der ersten Impfung nicht. „Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass eine COVID-19-Impfung auch bei Myelompatient:innen eine Antikörperbildung induzieren kann. Allerdings ist die zeitgerechte Durchführung der Zweitimpfung und Aufrechterhaltung von Hygienemaßnahmen für diese Patient:innen besonders wichtig, da viele Patient:innen nach der ersten Impfung noch keinen Antikörper-Titer entwickeln“, sagt Prof. Dr. Katja Weisel, stellvertretende Direktorin der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik des UKE.

Literatur: Ghandili, S.; Schönlein, M.; Lütgehetmann, M.; Wiesch, J.S.z.; Becher, H.; Bokemeyer, C.; Sinn, M.; Weisel, K.C.; Leypoldt, L.B. Post-vaccination Anti-SARS-CoV-2-Antibody Response in Patients with Multiple Myeloma Correlates with Low CD19+ B-Lymphocyte Count and Anti-CD38 Treatment. Cancers 2021, 13(15), 3800.
DOI: https://doi.org/10.3390/cancers13153800

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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