DE: Europas größte Initiative zur Beschleunigung der Entwicklung von Therapien für COVID-19 und zukünftige Coronavirus-Ausbrüche

Coronavirus Covid19
(C) Romolo Tavani
  • CARE (Corona Accelerated R&D in Europe) wird unterstützt durch die europäische „Innovative Medicines Initiative“ (IMI) und ist das größte Projekt dieser Art zur Erforschung und Entwicklung dringend benötigter neuer Behandlungsmöglichkeiten für COVID-19
  • Neben der Entwicklung schnell verfügbarer Lösungen durch die Neupositionierung existierender Therapien fokussiert sich die Initiative auf ein langfristiges Verständnis der Krankheit und die Entwicklung von Therapien für COVID‑19 und künftige Coronavirus-Erkrankungen
  • Durch den Zusammenschluss der Kompetenzen und der Projekte von 37 führenden Teams aus akademischen und gemeinnützigen Forschungseinrichtungen und Pharmaunternehmen beschleunigt CARE die Forschung und Entwicklung zu COVID-19

CARE (Corona Accelerated R&D in Europe), ein Konsorti­um, das von der öffentlich-privaten „Innovative Medicines Initiative“ (IMI) gefördert wird, hat heute seinen Start bekannt gegeben. Ziel des Konsortiums ist die Beschleunigung der Erforschung und Entwicklung dringend benötigter Medikamente zur Behandlung von SARS-CoV-2, dem Virus, das COVID‑19 auslöst. CARE wird mit Mitteln von insgesamt 77,7 Millionen Euro durch finanzielle Beiträge der Europäischen Union (EU) sowie Finanz- und Sachbeiträgen von elf Unternehmen der „European Federation of Pharmaceutical Industries and Asso­ci­ations“ (EFPIA) und von drei „IMI Associated Partners“ unterstützt. CARE ist auf fünf Jahre ausgelegt und bündelt die Arbeit von 37 Partnern aus Belgien, China, Dänemark, Deutsch­land, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Polen, der Schweiz, aus Spanien und den USA und wird von VRI-Inserm (dem französischen natio­nalen Institut für Gesundheit und medizinische Forschung in Paris in Frankreich), Janssen Pharmaceutica NV, einem der Janssen-Pharmaceutical-Unternehmen von Johnson & Johnson (Beerse, Belgien), und der Takeda Pharmaceuticals International AG (Zürich, Schweiz) geleitet. CARE verbindet COVID-19 Projekte die von den Partnern seit Februar 2020 gestartet wurden.

Boehringer Ingelheim leitet als Mitglied des CARE Konsortiums die Arbeiten zur Entwicklung von virusneutralisierenden Antikörpern. Darüber stellt das Unternehmen antivirale Moleküle aus seinem ehemaligen HIV- und HCV-Portfolio und Kleinmoleküle aus einem Screening seiner gesamten Molekülbibliothek bereit.

„Die COVID-19-Pandemie ist die größte globale Bedrohung für die Gesundheit der Menschheit in diesem Jahrhundert, zu deren Lösung die globale wissenschaftliche Gemeinschaft auf nie da gewesene Weise zusammenarbeiten muss“, so Professor Yves Lévy, Executive Director von VRI-Inserm und CARE-Koordinator. „Dieses ambitionierte Projekt zeichnet sich durch die wissenschaftliche Exzellenz der teilnehmenden Teams aus. CARE vereint 37 Partner in einem Bündnis, in dem sie ihr Fachwissen und ihr Know-how im Rahmen eines ambitionierten 5-Jahres-Arbeitsplans zur Entwicklung von Therapeutika für die aktuelle COVID-19-Pandemie bündeln. Wir sind sehr dankbar für die finanzielle Unterstützung der Innovative Medicines Initiative mit der wir dieses Vorhaben umsetzen können.“

Ohne einen zugelassenen Impfstoff und angesichts bisher begrenzter Therapiemöglichkeiten für COVID-19 bringt jeder weitere Tag der Pandemie mehr Neuinfektionen und Todesfälle. In CARE schließen sich die innovativsten und erfahrensten Wissenschaftler aus allen relevanten Bereichen mit einem einzigartigen Teamgeist zusammen und maximieren darüber hinaus Synergien und Komplementaritäten mit anderen Initiativen. Dazu gehören der von der Gates Foundation unterstützte COVID-19 Therapeutics Accelerator, MANCO[1], SCORE[2] und das ECRAID[3]-Netzwerk. So soll die Suche nach Lösungen für die aktuelle COVID-19 Pandemie und künftige Coronavirus-Ausbrüche beschleunigt werden. Nach Labortests wird das Projekt die vielversprechendsten Arzneimittelkandidaten in klinischen Studien testen.

Clive R. Wood, Ph.D., Corporate Senior Vice President und Global Head of Discovery Research bei Boehringer Ingelheim: „Das CARE Konsortium setzt es sich zum Ziel, die enormen Möglichkeiten, die offener Austausch und enge Zusammenarbeit in der Wissenschaft eröffnen, in den Dienst der Gesellschaft zu stellen. Wir werden in einem noch nie da gewesenen Geist der Zusammenarbeit schnell und entschlossen mit unseren Partnern aus akademischen Institutionen und der Industrie voranschreiten, um die beispiellose Bedrohung durch COVID-19 und andere ernste Coronavirus-Erkrankungen zu meistern.“

„Wir sind begeistert über den Start des CARE Konsortiums und die Zusammenarbeit mit anderen führenden Experten zur beschleunigten Entwicklung neuer Medikamente gegen SARS-CoV-2 und weitere Coronaviren, die potenziell Epidemien auslösen können“, fügt CARE-Projektleiter Marnix Van Loock, Senior Scientific Director und R&D Lead of Emerging Pathogens, Global Public Health bei Janssen Pharmaceutica NV, hinzu. „Im Rahmen dieser Initiative werden wir die Erkenntnisse aus einer laufenden Zusammenarbeit zu COVID-19 mit dem zur KU Leuven gehörenden Rega-Institut für medizinische Forschung anzuwenden, um eine Bibliothek mit tausenden bestehenden Wirkstoffen auf eine mögliche Wirkung gegen das Coronavirus zu screenen.“

Kumar Saikatendu, Ph.D., Director, Global Research Externalization bei Takeda: „Zu sehen, wie die besten Wissenschaftler Europas gemeinsam und mit solcher Dringlichkeit an der Lösung dieses komplexen Problems arbeiten, erfüllt uns mit Demut. COVID-19 ist eine einmalige wissenschaftliche Herausforderung für unsere Generation. Das Ziel von CARE ist die Entwicklung wirksamer Therapien mit einem positiven Sicherheitsprofil für aktuelle und künftige Coronavirus-Ausbrüche. Wir hoffen, dass wir in kurzer Zeit relevante Ergebnisse erzielen können.“

Umfassende kurz- und langfristige Reaktion auf COVID-19

CARE zielt darauf ab, wirksame Therapien mit einem positiven Sicherheitsprofil für die COVID-19-Pandemie zu entwickeln (Neupositionierung von Arzneimitteln) und neue Arzneimittel und Antikörper zu entwickeln, die speziell auf die Bekämpfung des SARS-CoV-2-Virus ausgerichtet sind.

Das Konsortium basiert auf drei Säulen:

  • Neupositionierung von Arzneimitteln durch Screening und Profilierung der von Partnern bereitgestellten Substanzbibliotheken mit dem Ziel, Moleküle schnell in fortgeschrittene Phasen der klinischen Testung zu bringen.
  • Neuentwicklung kleinmolekularer Arzneimittel auf Basis von in silico Screening und ‑Profilierung von Kandidatensubstanzen für den Einsatz gegen SARS-CoV-2 und künftige Coronaviren.
  • Neuentwicklung virusneutralisierender Antikörper unter Einbeziehung vollständig menschlicher Phagen- und Hefe-Display-Bibliotheken sowie Immunisierung humanisierter Tiermodelle, Patienten-B-Zellen und in silico Design.

Verschiedene Projektmodule sind mit diesen Säulen eng vernetzt und konzentrieren sich auf die Optimierung von Kandidatensubstanzen durch ein umfassendes medizinisches Chemieprogramm, systembiologische Forschung und präklinische und klinische Evaluierung von Molekülen aus allen drei Säulen. Im Rahmen des systembiologischen Moduls wird die virale Pathophysiologie untersucht, um das Zusammenspiel des Ablaufs der Virusinfektion und der menschlichen Immunreaktion besser verstehen zu können. Dabei werden Krankheitsmarker identifiziert, um die Therapieentwicklung zu unterstützen und das Design und Monitoring von Studien der Phasen 1 und 2, die neue, von CARE entwickelte Therapeutika untersuchen, zu verbessern.

[1] Monoclonal Antibodies against 2019-New Coronavirus
[2] Swift Coronavirus therapeutics Response
[3] European Clinical Research Alliance on Infectious Diseases

CARE

CARE ist eine neue öffentlich-private Partnerschaft, in der Wissenschaftler aus Hochschulen, Forschungszentren, kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs), Mitgliedsunternehmen der European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations (EFPIA) und IMI Associated Partners zusammenarbeiten. Insgesamt besteht sie aus 37 verschiedenen Partnerorganisationen. Professor Yves Lévy von VRI-Inserm fungiert als akademischer Koordinator, Marnix Van Loock von den Janssen-Pharmaceutical-Unternehmen von Johnson & Johnson ist EFPIA-Projektleiter und Kumar Saikatendu von Takeda ist Co-Projektleiter. Projektpartner sind elf akademische Einrichtungen (KUL, GUF, AMU, UzL UU, EDI-IVI, UHAM, UEDIN, TiHo, JU, LUMC), fünf öffentliche Forschungs­ein­richtungen (Inserm, CHUV, CEA, HZI, SERMAS) und sieben KMUs (IT, EVF, EXSCI, NUVISAN, SCIFEON, ENYO, AIB) sowie elf EFPIA-Mitglieder (Janssen, Takeda, Pfizer, ABBV, Boehringer Ingelheim, Merck KGaA, BAG, Novartis, Astellas, Servier und AiCuris) und 3 IMI2 Associated Partners (BMGF, UNIVDUN, GHDDI).*

Boehringer Ingelheim

Die Entwicklung neuer und besserer Medikamente für Menschen und Tiere ist das, was unsere Arbeit ausmacht. Unser Auftrag ist es, bahnbrechende Therapien zu entwickeln, die Leben verändern. Seit der Gründung im Jahr 1885 ist Boehringer Ingelheim unabhängig und in Familienbesitz. Dadurch sind wir frei, unsere langfristige Vision zu verfolgen: die gesundheitlichen Herausforderungen der Zukunft zu identifizieren und dort tätig zu werden, wo wir am meisten erreichen können.

In unserem weltweit führenden, forschungsgetriebenen Unternehmen schaffen täglich über 51.000 Mitarbeitende Werte durch Innovation in unseren drei Geschäftsbereichen: Humanpharma, Tiergesundheit und Biopharmazeutische Auftragsproduktion. Im Jahr 2019 erzielte Boehringer Ingelheim Umsatzerlöse von 19 Milliarden Euro. Unsere umfassenden Investitionen von knapp 3,5 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung wirken als Innovationstreiber und ermöglichen die nächste Generation von Medikamenten, die Leben retten und Lebensqualität verbessern.

Wir können mehr wissenschaftliche Chancen nutzen, indem wir auf die Kraft von Partnerschaften und die Vielfalt der Expertinnen und Experten in den Life Sciences setzen. Durch Zusammenarbeit können wir den nächsten medizinischen Durchbruch schneller erreichen, der das Leben heutiger und zukünftiger Patienten verändern wird.

IMI

IMI ist Europas größte öffentlich-private Partnerschaft und verfolgt das Ziel, die Entwicklung besserer und sicherer Medikamente für Patienten zu beschleunigen. IMI unterstützt Kooperationsforschungsprojekte und baut Netzwerke mit Experten aus Industrie und Wissenschaft auf, um die pharmazeutische Innovation in Europa zu fördern. IMI ist ein gemeinsames Unternehmen der Europäischen Union und der European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations (EFPIA).

Weitere Informationen finden Sie unter: http://imi.europa.eu/

Danksagung

Dieses Projekt erhielt Mittel aus der Innovative Medicines Initiative 2 Joint Undertaking (JU) im Rahmen der Zuwendungsvereinbarung Nr. 101005077. Die JU erhält Unterstützung aus dem EU-Forschungs- und Innovationsförderprogramm Horizont 2020 sowie von der EFPIA, der Bill & Melinda Gates Foundation, dem Global Health Drug Discovery Institute und der University of Dundee.

*Liste der Partner

1 (Koordinator) VRI-Institut National de la Santé et de la Recherche Médicale (Inserm) FR

2 (Projektleiter) Janssen Pharmaceutica NV (Janssen) BE

3 (Co-Projektleiter) Takeda Pharmaceuticals International AG (Takeda) CH

4 Commissariat à l’énergie atomique et aux énergies alternatives (CEA) FR

5 Centre Hospitalier Universitaire Vaudois (CHUV) CH

6 Eurovacc Foundation (EVF) CH

7 Exscientia Limited (EXSCI) GB

8 Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main (GUF) DE

9 Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung GmbH (HZI) DE

10 Uniwersytet Jagiellonski (JU) PL

11 Katholieke Universiteit Leuven (KUL) BE

12 Academisch Ziekenhuis Leiden (LUMC) NL

13 Servicio Madrileno De Salud (SERMAS) ES

14 Nuvisan ICB GmbH (NUVISAN) DE

15 Scifeon ApS (SCIFEON) DK

16 Université d’Aix Marseille (AMU) FR

17 The University of Edinburgh (UEDIN) GB

18 Universität Hamburg (UHAM) DE

19 Universität zu Lübeck (UzL) DE

20 Universiteit Utrecht (UU) NL

21 Eidgenössisches Departement des Innern (EDI-IVI) CH

22 Inserm Transfert SA (IT) FR

23 AbbVie Inc. (ABBV) US

24 Astellas Pharma Europe BV (ASTELLAS) NL

25 Bayer AG (BAG) DE

26 Boehringer Ingelheim (BI) DE

27 University of Dundee (UNIVDUN) GB

28 Enyo Pharma SA (ENYO) FR

29 Bill & Melinda Gates Foundation (BMGF) US

30 Global Health Drug Discovery Institute (GHDDI) CN

31 Novartis Pharma AG (NOVARTIS) CH

32 Pfizer

33 Merck KGaA (Merck) DE

34 Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) DE

35 Ai-biopharma (AIB) FR

36 AiCuris Anti-infective Cures GmbH (AiCuris) DE

37 Institut de Recherches Internationales Servier (Servier) FR

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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