DE: Entlastungen für Pflegefachpersonen sind jetzt umzusetzen!

Landespflegekammer unterstützt Personalstreik in der Universitätsmedizin Mainz

„Es ist kein Wunder, dass immer mehr Pflegefachpersonen über die Missstände in ihrem Beruf frustriert sind und dies endlich bei Demonstrationen kundtun. Daher unterstützen wir den Streik der Beschäftigten in der Universitätsmedizin und fordern Maßnahmen, die endlich zu einer Entlastung der Berufsgruppe führen. Wenn nicht schnellstmöglich Verbesserungen umgesetzt werden, wird eine dauerhafte Gefährdung der pflegerischen Versorgung mit der Konsequenz von massiven Patientenschäden unvermeidlich sein. Es ist eine Zumutung, dass überhaupt ein Streik notwendig ist, um auf die miserablen Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen. Zudem muss klar sein, dass die Universitätsmedizin Mainz mit ihren Problemen nicht alleine dasteht, sondern dass auch viele weitere Institutionen und Bereiche in der Pflege betroffen sind. Eine zu hohe Belastung führt nicht nur bei den Pflegefachkräften für Unmut; die ganze Gesellschaft ist durch das Fehlen einer qualitativ hochwertigen Versorgung betroffen“, warnt Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz.

Für morgen planen Beschäftigte der Universitätsmedizin Mainz und die Gewerkschaft ver.di einen Streik, sollte es heute nicht kurzfristig noch zu einer Einigung kommen. Zu den Forderungen gehört unter anderem eine Aufstockung des Personals, da vor allem die zu hohe Arbeitsbelastung im Zentrum der Kritik steht. Grund für den Streik sind auch die gescheiterten Verhandlungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber am vergangenen Mittwoch. Die Beschäftigten haben daher ein Ultimatum gesetzt: Sollte es bis zum 28. November um 6 Uhr morgens keine Einigung geben, wird die Klinik direkt bestreikt.

„Durch die Bürokratisierung des Pflegeberufs und dem Einsatz ineffizienter Personalbemessungsverfahren konnte es erst zu so einem Fiasko kommen. Auch in Zukunft wird es Streiks geben, wenn Pflegefachkräfte für die von ihnen hart verrichtete Arbeit nicht angemessen entlohnt werden. Die Sorgen und Ängste der Berufsgruppe werden oft auch vor Ort nicht ernst genommen, Demonstrationen sind daher die logische Konsequenz. Wie mehrfach angemerkt steht die Landespflegekammer Gewerkschaften und Berufsverbänden beim Kampf um bessere Arbeitsbedingungen als Partner zur Verfügung. Nur gemeinsam erreichen wir, dass Pflegefachpersonen Gehör in der Politik finden und durch die richtigen Maßnahmen längerfristig entlastet werden“, so Mai.

Hintergrund: Mit der einstimmigen Verabschiedung des Heilberufsgesetzes durch den rheinland-pfälzischen Landtag im Dezember 2014 ist die Landespflegekammer errichtet worden. Seit dem 01. Januar 2016 haben die Pflegenden im Land damit eine kraftvolle Interessenvertretung erhalten. Die Landespflegekammer mit ihren gewählten Vertreterinnen und Vertretern nimmt die beruflichen, wirtschaftlichen und sozialen Belange der Mitglieder wahr.

Die Vertreterversammlung hat in der Sitzung vom 2. März 2016 erstmals den Vorstand der Landespflegekammer gewählt. Präsident der Kammer ist Dr. Markus Mai. Zur Vizepräsidentin wurde Sandra Postel gewählt. Die weiteren Mitglieder des Vorstandes sind aktuell Prof. Dr. Anderl-Doliwa, Andrea Bergsträßer, Hans-Josef Börsch, Esther Ehrenstein, Renate Herzer, Oliver Weidig und Nina Benz.

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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