DE: Einmalige Chance in Hessen: Sozial- und Integrationsministerium Hessen startet Online-Befragung zur Errichtung einer Pflegeberufekammer

3. Mai 2018 | News Deutschland | 0 Kommentare

Der DBfK Südwest e.V. begrüßt die Online-Befragung zur Errichtung einer Pflegeberufekammer in Hessen. Sehr kurzfristig zwar, aber immerhin nimmt die Landesregierung den Prüfauftrag zur Errichtung einer Pflegeberufekammer in Hessen ernst. Im Juni 2018 haben alle Pflegefachpersonen die Chance, sich an der Akzeptanzbefragung zu beteiligen.

Der DBfK Südwest e.V. hat lange darauf gewartet, dass die hessische Landesregierung den Prüfauftrag aus dem Koalitionsvertrag umsetzt. In vielen Gesprächen wurde immer wieder versucht, den Faden aufzunehmen und eine Pflegeberufekammer für Hessen zu fordern. Nun ist es soweit, ab 01. Juni findet in Hessen eine Online-Befragung unter allen Pflegefachpersonen zur Akzeptanz einer Pflegeberufekammer statt. Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration hat das Hessische Statistische Landesamt mit der freiwilligen Online-Befragung beauftragt. Es werden alle Krankenhäuser, ambulante Dienste und stationäre Einrichtungen sowie die Aus- und Weiterbildungsstätten angeschrieben. Die Einrichtungen erhalten verschlossene Briefe mit einem entsprechenden Code, die an alle Pflegefachpersonen verteilt werden sollen. Die Einrichtungen werden aufgefordert, allen Pflegefachpersonen die Teilnahme an der Befragung zu ermöglichen. Andrea Kiefer, Vorsitzende des DBfK Südwest e.V., richtet sich an alle Pflegefachpersonen in Hessen: „Wir erhalten in Hessen nun die einmalige Chance, den Regierenden ein deutliches Votum pro Pflegeberufekammer mit auf den Weg in den Landtagswahlkampf zu geben. Fragen Sie also in Ihren Einrichtungen nach und beteiligen Sie sich an der Befragung. Wir müssen diese einmalige Chance nutzen, auch wenn sie sehr kurzfristig daher kommt!“

Zum Hintergrund

Pflegeberufekammern sind Körperschaften des öffentlichen Rechts, die die Interessen der Gesellschaft bzw. der Bevölkerung stellvertretend für den Staat wahrnehmen. Die Berufsangehörigen wiederum verpflichten sich, ihre Aufgaben gewissenhaft und verantwortungsvoll zu erfüllen. Das grundsätzliche Ziel einer Pflegeberufekammer ist daher die Sicherstellung einer sachgerechten, professionellen Pflege für die Bürgerinnen und Bürger entsprechend aktueller pflegewissenschaftlicher Erkenntnisse. Die Pflegeberufekammer hat die Aufgabe, die beruflichen Belange der Pflegenden zu fördern und unter Beachtung der Interessen der Bevölkerung zu überwachen.

Der Staat überträgt einen Teil seiner Regelungsaufgaben der Berufsgruppe (Selbstverwaltung). Die Pflegekammer wird gegründet, indem sich alle Pflegefachpersonen mit mindestens dreijähriger Ausbildung zusammenschließen.

Die Gründung ist wie bei anderen Berufskammern nur auf Länderebene möglich. Die Pflegeberufekammer gehört zu den Heilberufekammern, wie z. B. Ärzte- oder Psychotherapeutenkammer. Damit sie ihre Aufgaben erfüllen kann, sind die Berufsangehörigen zur Mitgliedschaft verpflichtet – sie werden registriert und zahlen in der Regel nach Einkommen gestaffelte Mitgliedsbeiträge.

Das heißt, dass alle Pflegenden eines Bundeslandes in einer Organisation erfasst werden: eine Voraussetzung für eine demokratische Meinungsbildung in den Pflegeberufen.

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)