DE: Deutscher Pflegerat unterstützt die Bestrebungen für mehr Lohn in der Pflege

Dringender Handlungsbedarf für einen gerechten Lohn in der Langzeitpflege

(C) Deutscher Pflegerat

Zur Gründung der Bundesvereinigung Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) und des damit verbundenen Ziels eines allgemeinverbindlichen Tarifvertrages für die Pflegebranche sowie zur Einbringung des Gesetzentwurfes für bessere Löhne in der Pflege in das Bundeskabinett (19. Juni 2019) äußerte sich heute in Berlin der Präsident des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR), Franz Wagner:

„Der Deutsche Pflegerat begrüßt die Gründung der Bundesvereinigung Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP). Das ist einer von vielen wichtigen Schritten für die dringend gebotene bessere Entlohnung in der Altenpflege.

Einem vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales allgemeinverbindlich erklärten Tarifvertrag in der Langzeitpflege steht aus Sicht des Deutschen Pflegerats nichts entgegen. Berücksichtigen müsste dieser regionale Unterschiede und weitere Besonderheiten.

Fakt ist, das Lohngefälle zwischen den Sektoren sowie den Regionen muss abgebaut werden. Entgeltabweichungen von monatlich bis zu 670 Euro zwischen der Langzeitpflege und der Pflege im Krankenhaus sind nicht nachvollziehbar und auch angesichts der künftigen weitgehend einheitlichen Ausbildung inakzeptabel. Eine gerechte Entlohnung ist auch ein wesentliches Element bei der Verbesserung der Attraktivität des Berufes.

Der Deutsche Pflegerat fordert dazu auf, alle möglichen Maßnahmen zur Verbesserung der Lohnsituation umgehend zu nutzen. Eine Alternative für einen höheren Lohn könnte dabei auch die Pflegekommission sein. Deren Aufgabe liegt in der Festlegung von Mindestlöhnen für die Pflegebranche, künftig auch für Pflegefachpersonen sowie von Mindestarbeitsbedingungen. Ob es dadurch jedoch für die Mehrheit der Pflegefachpersonen zu Lohnsteigerungen kommen wird, ist fraglich.

Eine weitere Alternative liegt in der Hand der Kostenträger von Kranken- und Pflegekassen sowie der Sozialhilfeträger. Diese haben es bereits heute in der Hand, für einen gerechten Lohn einzutreten, indem sie für faire Vergütungsverhandlungen und Vergütungsabschlüsse sorgen.“

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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