DE: Deutscher Pflegerat: Sofortprogramm mit Stärken und Schwächen

Deutscher Pflegerat begrüßt Vorschläge des Bundesgesundheitsministeriums und sieht Nachbesserungsbedarf

Das in der vergangenen Woche von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgelegte Eckpunktepapier „Sofortprogramm Kranken- und Altenpflege“ ist ein erster Schritt in die richtige Richtung zur Entlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege“, betonte Irene Maier, Vize-Präsidentin des Deutschen Pflegerats e. V. (DPR), heute in Berlin.

„Ein Gesamtkonzept in Form eines Masterplans Pflegeberufe kann das Eckpunktepapier jedoch nicht ersetzen. Dieser mehrjährige Masterplan zur Sicherung der pflegerischen Versorgung und Entwicklung der Pflege in der Zukunft muss dringend erstellt werden.“

Irene Maier weiter:

„Richtig ist die geplante Ausgliederung der Pflegepersonalkosten im Krankenhausbereich von den Fallpauschalen. Das Risiko, dass dabei eine unzureichende Personalausstattung weitergeführt wird, muss jedoch vermieden werden.

Im Eckpunktepapier fehlt die entscheidende Aussage zur notwendigen, verbindlichen Personalausstattung in der Pflege, sowohl im gesamten Krankenhausbereich, einschließlich des Kreißsaals, als auch für die Altenpflege.

Der Nachweis der zweckentsprechenden Mittelverwendung bei der krankenhausindividuellen Vergütung von Pflegepersonalkosten wird vom Deutschen Pflegerat begrüßt. Zu kurz angesetzt ist die geplante Refinanzierung der Ausbildungsvergütungen. Diese muss für den gesamten Ausbildungszeitraum gelten.

Die geplanten 13.000 Pflegekräfte in der stationären Altenpflege sind in einem ersten Schritt mehr als die ursprünglich geplanten 8.000 von den Kostenträgern finanzierten Stellen. Angesichts von rund 100.000 fehlenden Stellen, davon 50.000 in der Altenpflege, sind sie jedoch nicht ausreichend. Bereits heute sind 17.000 Vollzeitstellen in der stationären Altenpflege nicht besetzt.

Vergessen wurde im Sofortprogramm des Bundesgesundheitsministeriums der ambulante Bereich der Pflege wie auch der Bereich der Geburtshilfe, für die ein Sofortprogramm gleichfalls dringend benötigt wird. Die Vorschläge für die Krankenpflege müssen auch für die Geburtshilfe gelten. Umfassend nachgebessert werden muss für die Pflegedienste. Bis auf die geplanten Zuschüsse zur Digitalisierung sieht das Sofortprogramm bei diesen keine Entlastungen für das dortige Pflegepersonal vor.

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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