DE: Deutscher Pflegerat: Pflegepolitik muss oberste Priorität erhalten

(C) Deutscher Pflegerat

Franz Wagner: „Positive Ansätze im Koalitionsvertrag müssen konkretisiert und sofort umgesetzt werden – Masterplan ist entscheidend“

Der Deutsche Pflegerat e.V. (DPR) erwartet, dass nach der Regierungsbildung rasch konkrete Schritte zur Verbesserung der Situation in den Pflegeberufen unternommen werden.

„Wir gratulieren der Bundeskanzlerin, den Parteien CDU/CSU und SPD sowie insbesondere dem designierten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Es warten große Aufgaben im Bereich der Pflege auf die neue Bundesregierung. Die nächsten Jahre werden darüber entscheiden, ob wir die Krise in der Pflege bewältigen und den pflegerischen Herausforderungen der Zukunft begegnen können. Die Pflegepolitik muss daher oberste Priorität in der Regierungsarbeit haben“, betonte Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats, heute in Berlin.

„Die Problemlage ist komplex. Deshalb benötigen wir eine Gesamtschau und einen Entwicklungsplan für die nächsten 10 Jahre. Ein solcher Masterplan muss gemeinsam mit den relevanten Akteuren und unter Beteiligung aller relevanten Regierungsressorts entwickelt werden. Es liegen viele Reformvorschläge vor. Was fehlt, ist eine koordinierte Planung, die das bisherige Drehen an einzelnen Stellschrauben ablöst. Zudem fehlt bislang auch der Mut zu grundlegenden Veränderungen – wie zum Beispiel beim Thema Aufgabenverteilung zwischen den Gesundheitsberufen.

Es braucht rasch eine spürbare Entlastung bei der Arbeitsbelastung der professionell Pflegenden. Hier muss geklotzt und nicht gekleckert werden. Erforderlich sind auch rasche Fortschritte bei der Implementierung des Pflegeberufegesetzes. Die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung muss umgehend dem Deutschen Bundestag zugeleitet werden.

Der Koalitionsvertrag enthält einige positive Ansätze für die Pflege. Diese müssen jetzt schnell konkretisiert und umgesetzt werden. Das alleine wird aber nicht reichen.

Der Deutsche Pflegerat wünscht der neuen Bundesregierung viel Erfolg bei den anstehenden großen Aufgaben. Wir stehen bereit, uns konstruktiv in die Diskussionen einzubringen und die Reformvorhaben im Pflege- und Gesundheitsbereich mitzugestalten und voranzutreiben.“

 

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen