DE: Deutscher Pflegerat: Gute Ansätze mit Potential bei Berücksichtigung der beruflich Pflegenden

11. Dezember 2022 | News Deutschland

Zum gestern von der Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung vorgelegten Krankenhauskonzept sagt Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR):

„Der Deutsche Pflegerat begrüßt das von der Regierungskommissionvorgelegte Krankenhauskonzept. Richtig ist es, den Fokus dabei auch auf die beruflich Pflegenden zu setzen.

Medizinische anstatt ökonomische Gründe sollen künftig über die Behandlungen bestimmen, was zu weniger, aber dafür gezielteren Leistungen im Krankenhausbereich führen soll. Der sichtbar fehlerhafte Anreiz des Fallpauschalensystems, immer mehr Leistungen zu erbringen, wird unterbrochen. Das entlastet die beruflich Pflegenden.

Die Krankenhausreform muss begleitet werden von einer Reform über alle Sektoren des Gesundheitswesens hinweg, von der ärztlichen ambulanten Versorgung über die Bereiche der Rehabilitation bis hin zur ambulanten und stationären Langzeitpflege. Deutlich wird dies an der Zielsetzung, dass künftig Krankenhäuser des „Level Ii“ unter pflegerischer Leitung regional eine sektorenübergreifende steuernde Schlüsselrolle übernehmen sollen. Die geplante Zusammenarbeit mit regionalen Ärzten muss gleichberechtigt erfolgen. Hierfür sind eine Kompetenzerweiterung und eine hohe Handlungsautonomie der pflegerischen Berufe notwendig, die endlich auf deren Wissen baut.

Die geplante Reform macht klar, dass Deutschland mehr denn je gut ausgebildete Pflegefachpersonen benötigt, um Erfolg zu haben. Dies auf Augenhöhe mit allen weiteren Berufen im Gesundheitswesen. Die beruflich Pflegenden benötigen hierfür die Selbstverwaltung der Pflegekammern. Auch dies muss im Gesamtkonzept neben einer umfassenden Bildungsstruktur beinhaltet sein.

Der Weg der skizzierten Krankenhausreform ist aus Sicht des Deutschen Pflegerats vorstellbar. Sie darf jedoch nicht Halt machen an reinen Strukturänderungen im Krankenhausbereich. Der Deutsche Pflegerat unterstützt diesen Prozess gerne.“

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)