DE: Deutlicher Personalmangel in Kliniken im Südwesten

14. November 2020 | News Deutschland | 0 Kommentare

Die Rufe nach mehr Personal und die Berichte von wachsenden Problemen in der qualitativ hochwertigen pflegerischen Versorgung in den Kliniken werden seit dem erneuten Lockdown wieder lauter.

Einige Kliniken im Südwesten fahren den Regelbetrieb analog zum Frühjahr aktuell wieder zurück, und bereiten sich damit auf die erwartbare Welle von immer mehr Covid-19 Patienten in den nächsten vier Wochen vor. So konnte man das bereits der Presse entnehmen. Der Druck ist so hoch, dass man nicht auf Rettungsschirme aus Berlin wartet, sondern handelt.

Während es im Frühjahr noch an Geräten und Schutzausrüstung mangelte, merkt man jetzt immer deutlicher, dass das zugehörige Personal das eigentliche Nadelöhr ist. Die Dramatik dabei ist, dass sich zum grundsätzlichen Mangel immer mehr Pflegefachpersonen selbst infizieren und damit im Versorgungsprozess fehlen.

„Uns verwundert das nicht.“ kommentiert Andrea Kiefer, Vorsitzende des DBfK Südwest e.V., die aktuellen Meldungen. „Appelliert haben wir in den letzten Jahren genug. Passiert ist wenig. Seit Jahren ist es versäumt worden, im Intensivbereich den nicht erst seit Corona vorhandenen Personalmangel zu bekämpfen. Wir fordern die Landesregierungen im Südwesten auf, alles Notwendige zu veranlassen, damit Kliniken über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, um, wie im Frühjahr, ihr Elektivprogramm auszu- setzen, wenn es sich nicht um dringliche Eingriffe handelt.“

Personalumschichtungen in Klinken sind in der aktuellen Krise ein notwendiges Mittel. Flankiert werden müsse dies aber durch intensive Schulungsmaßnahmen, so gut das geht. Die Krise zeige aber auch, dass es einen grundsätzlichen Mangel an hoch qualifiziertem Intensivpflegefachpersonal gibt. Der Verband fordert daher schon jetzt die politisch Verantwortlichen und die Kliniken auf, Weiterbildungskapazitäten aus- und aufzubauen und nachhaltig die Arbeitssituationen zu verbessern.

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)