DE: DBfK: Pflegestudiengänge in Not

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DBfK:  Politisches Handeln für primärqualifizierende Studiengänge dringend erforderlich

Wissenschaftsrat, Berufsverbände und Politik sind sich einig: Deutschland braucht mehr akademisch ausgebildete Pflegekräfte direkt am Patientenbett. In groß angelegten Studien wurde nachgewiesen, dass die Mortalität in Krankenhäusern mit hohem Anteil akademisch ausgebildeter Pflegekräfte signifikant niedriger ist und das Knowhow des gesamten Teams steigt. In fast ganz Europa ist die Pflege vollakademisiert und bereits 2012 forderte der Wissenschaftsrat, dass mindestens 10% – 20% des professionellen Pflegepersonals an deutschen Krankenhäusern hochschulisch qualifiziert sein sollte.

Seit Inkrafttreten des neuen Pflegeberufegesetzes 2020 ist das primärqualifizierende Studium nun als regulärer Studiengang etabliert. Allein, etliche Hochschulen berichten von nicht ausgelasteten Studiengängen und signifikanten Abbrecherquoten. Doch woran liegt das?

„Einesteils ist die Möglichkeit des Pflegestudiums noch zu wenig bekannt.“ erklärt Andrea Kiefer, Vorsitzende des DBfK Südwest e. V., und ergänzt: „Es gibt aber auch erhebliche strukturelle Probleme.“ Fehlende Vergütung der Praxiseinsätze, unzureichende Refinanzierung der Praxisanleitung, fehlende Praxispartner, mangelnde Unterstützung der Hochschulen für den Auf- und Ausbau primärqualifizierender Pflegestudiengänge – das sind die Hauptgründe für Pflegestudierende, das Studium abzubrechen oder gar nicht erst zu beginnen und bedeutet auch für die Hochschulen große Planungsunsicherheit. Dies sind fatale Signale für die Professionalisierung des Berufes sowie die Fachkräftegewinnung in der Pflege.

Vorsitzende Andrea Kiefer führte hierzu in den vergangenen Tagen intensive Gespräche mit Vertreter:innen der jeweiligen Landesministerien in Baden- Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland und machte deutlich, dass politisches Handeln dringend erforderlich sei. Sie erläutert: „Der DBfK engagiert sich bezüglich der Studiengänge natürlich auch auf Bundesebene. Dennoch, auch, wenn der Spielraum der Länder begrenzt ist, bin ich auf offene Ohren gestoßen. Wir werden bei diesem wichtigen Anliegen der Akademisierung nicht locker lassen und auf allen Ebenen intensiv an der Thematik dranbleiben.“

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)