DE: Das Virus macht keinen Urlaub!

Einhaltung der Schutzmaßnahmen und Reiserückkehr-Regeln hat weiterhin oberste Priorität – Pflegerische Versorgung weltweit steht auf dem Spiel

„Die Gefahr durch das Coronavirus ist noch lange nicht gebannt. Daher müssen wir uns gerade im Urlaub an die derzeit geltenden Schutzmaßnahmen halten. Denn eins dürfen wir nicht vergessen: Pandemien lehnen sich nicht einfach zurück und gönnen sich eine Auszeit. Vielmehr warten sie auf den passenden Augenblick und breiten sich so gut es geht aus. Ein zweites Ischgl darf es unter keinen Umständen geben, weder hier in Europa noch woanders. Daher gilt weiterhin: Abstand halten, Mund-Nasen-Bedeckung tragen, die Hände regelmäßig waschen. Die Öffnungen waren nur möglich, weil eben diese Schutzmaßnahmen durchgesetzt und von der Bevölkerung eingehalten worden sind. Es wäre tragisch, wenn es aufgrund von Fahrlässigkeit zu weiteren Infektionswellen käme. Das kann keiner ernsthaft wollen. Deswegen gilt es auch, sich an die länderspezifischen Regelungen anzupassen. Ansonsten müssen wir mit einer dauerhaften Gefährdung der pflegerischen Versorgung rechnen, sowohl hierzulande als auch am Urlaubsort. Für ein weiteres Klatschen auf den Balkonen und mühseligen Diskussionen über Corona-Sonderprämien wäre es dann längst zu spät“, so Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz.

Laut SWR hat ein Reise-Rückkehrer im Kreis Neuwied offenbar neun Menschen aus seinem Umfeld mit dem Coronavirus angesteckt. Am Wochenende war die Zahl der Infektionen von 215 auf 226 im Kreis angestiegen. Das zuständige Gesundheitsamt meldete, dass sich elf Personen in Quarantäne befänden und nach weiteren Kontaktpersonen gesucht werde. Landrat Achim Hallerbach (CDU) warnte vor der weiterhin hohen Ansteckungsgefahr durch das Virus und bekräftigte, dass die Pandemie noch nicht überwunden sei. Erst vergangene Woche hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn darauf aufmerksam gemacht, dass der Ballermann nicht ein zweites Ischgl werden dürfe.

„Insbesondere das Personal in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen ist durch das Virus weiterhin stark gefährdet. Die dort beschäftigten Mitarbeiter reduzieren das Risiko, indem sie sich mit besonderer Schutzkleidung ausstatten, die zusätzlich zur Verschlechterung der Arbeitsbelastung beiträgt. Auch das sollte man beachten, bevor man die üblichen Vorsichtsmaßnahmen ignoriert“, betont Mai. 

Hintergrund: Mittlerweile wurden in allen Bundesländern umfangreiche Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung und der Verlangsamung der Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus getroffen. Die Zahl der in Rheinland-Pfalz bestätigten Fälle ist mittlerweile auf 7.258 (Stand: 16.07.) gestiegen.

Die Landespflegekammer steht in engem und ständigen Austausch mit sämtlichen relevanten Stellen und Behörden zur aktuellen Lage. Das gemeinsame Ziel aller Anstrengungen ist es, die aktuelle Lage laufend zu bewerten und Maßnahmen zu treffen, die die adäquate Versorgung im Gesundheitswesen kurz-, mittel- und langfristig sicherstellen.

Als Pflegekammer Rheinland-Pfalz haben wir eine Task-Force einberufen, die insbesondere die Situation in den Pflegesettings laufend analysiert und Maßnahmen mit den Partnern in Rheinland-Pfalz und auf der Bundesebene abstimmt. Schwerpunkte sind derzeit die Versorgungslage innerhalb des Gesundheitswesens, Sonder-Qualifizierungsmaßnahmen für Pflegefachpersonen und die Sicherstellung der personellen Ressourcen in der pflegerischen Versorgung.

Markus Golla
Über Markus Golla 7707 Artikel
Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Lehrer für Gesundheit- und Krankenpflege (Studium Umit/Wien)

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