DE: COVID-19-Therapie: Cochrane Reviews zu Rekonvaleszenten-Plasma und Vitamin D

Cochrane Deutschland

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Cochrane veröffentlicht aktuelle Reviews zu zwei viel diskutierten Therapieansätzen für COVID-19: Rekonvaleszenten-Plasma und Vitamin-D-Supplementierung. Leider zeigen die systematischen Übersichtsarbeiten für beide Therapien wenig bis keine Wirksamkeit. Zur Plasmatherapie gibt es inzwischen belastbare Evidenz, während die Studienlage für Vitamin D noch sehr unsicher ist.

Seit Beginn der Pandemie suchen Forscher und Forscherinnen weltweit nach wirksamen Therapien für COVID-19-Patienten. Die Zahl von mehr oder minder plausiblen Ansätzen ist groß und schwer zu überschauen, die Ergebnisse aus mitunter wenig zuverlässigen Studien widersprechen sich oft.

Hier setzt das Evidenz-Ökosystem CEOsys an, ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung über das Netzwerk Universitätsmedizin fianzierter Forschungsverbund von 20 deutschen Unikliniken, an dem auch Cochrane beteiligt ist. Die Forschenden von CEOsys sichten und bewerten alle verfügbaren Ergebnisse von Humanstudien zu COVID-19 und erstellen engmaschig aktualisierte Evidenzsynthesen, die den aktuellen Stand der Forschung wiedergeben.

Die Evidenzsynthesen von CEOsys zu Therapieansätzen waren bereits eine wichtige Grundlage für die deutsche S3-Leitlinie der AWMF für die stationäre Therapie von COVID-19. Sie sind nun auch Basis eine ganze Serie von Cochrane Reviews zu möglichen COVID-19-Therapien. Den Anfang machten nun Reviews zu Rekonvaleszenten-Plasma und Vitamin D.

Zunächst erschien Ende Mai die inzwischen vierte Aktualisierung des Cochrane Reviews zur Wirkung von sogenanntem Rekonvaleszenten-Plasma. Dabei handelt es sich um das Blutplasma von Spendern, die von COVID-19 genesen sind. Es enthält Antikörper gegen SARS-CoV-2 und könnte dem Immunsystem von kranken Empfängern beim Kampf gegen das Virus helfen könnten, so die Hoffnung. Die im Review zusammengefasste Evidenz aus inzwischen neun randomisierten kontrollierten Studien von hoher Vertrausnwürdigkeit mit über 12.000 Teilnehmenden bestätigt dies allerdings nicht: „Es ist zwar bedauerlich, aber umso wichtiger zu wissen: Rekonvaleszenten-Plasma ist keine wirksame Therapie für Patienten, die aufgrund der Schwere ihrer COVID-19 Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden“, fasst Vanessa Piechotta von der Uniklinik Köln und der Cochrane Review Group für Hämatologie das wichtigste Ergebnis zusammen.

Der ebenfalls von Cochrane Haematology erstellte neue Cochrane Review zur Wirksamkeit einer Supplementierung mit Vitamin D zur Behandlung von COVID-19 erschien ebenfalls Ende Mai. Dieser Ansatz beruht vor allem auf der Beobachtung, dass COVID-19-Patienten oft geringe Vitamin-D-Spiegel aufweisen. Allerdings ist umstritten, ob es sich dabei um einen ursächlichen Zusammenhang handelt. Die Ergebnisse dieses Reviews fallen weit weniger eindeutig aus. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass es derzeit keine ausreichende Evidenz gibt, um den Nutzen und Schaden einer Vitamin-D-Supplementierung zur Behandlung von COVID-19 zu bestimmen. Allerdings fanden die Autoren eine Reihe von noch laufenden Studien, die schon bald eine bessere Beurteilung dieses Ansatz erlauben könnten. Diese werden in das schon bald geplante Updates des Reviews eingehen.

Originalpublikation:

Piechotta V, et al: Convalescent plasma or hyperimmune immunoglobulin for people with COVID‐19: a living systematic review. Cochrane Database of Systematic Reviews 2021, Issue 5. Art. No.: CD013600. DOI: 10.1002/14651858.CD013600.pub4.

Stroehlein JK, Wallqvist J, Iannizzi C, Mikolajewska A, Metzendorf M-I, Benstoem C, Meybohm P, Becker M, Skoetz N, Stegemann M, Piechotta V. Vitamin D supplementation for the treatment of COVID‐19: a living systematic review. Cochrane Database of Systematic Reviews 2021, Issue 5. Art. No.: CD015043. DOI: 10.1002/14651858.CD015043.

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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