DE: Campus Lingen geht mit gutem Beispiel aus der Pflegewissenschaft voran

Hochschule Osnabrück übernimmt wissenschaftliche Begleitforschung des niedersächsischen Modellprojekts „Präventive Hausbesuche“

(Lingen, 26.03.2021) Das vom Land Niedersachsen neu initiierte und Anfang 2021 gestartete Pilotprojekt „Präventive Hausbesuche“ soll Menschen ab 80 Jahren dabei unterstützen, so lange wie möglich selbstbestimmt und eigenständig in ihrem Zuhause zu leben. Die Durchführung des dreijährigen Projekts in den ausgewählten Modellkommunen Braunschweig, Hameln und Zetel hat das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung übernommen. Die Science to Business GmbH – Hochschule Osnabrück wurde für die wissenschaftliche Begleitforschung und Evaluation des Modellprojekts ausgewählt.

Erfahrungen in einem ähnlichen Projekt hat die Fakultät Management, Kultur und Technik (MKT) am Campus Lingen der Hochschule Osnabrück bereits von 2017 bis 2020 mit „DaHeim – in Emlichheim“ in Kooperation mit der Senfkorn Mehrgenerationenhaus Emlichheim gGmbH gesammelt. Zur Vermeidung von Pflegebedürftigkeit wurden 65- bis 85-jährige Menschen in der Samtgemeinde Emlichheim bei Präventiven Hausbesuchen durch akademisch qualifizierte Pflegekräfte unter anderem zu Themen wie Bewegung, Ernährung, soziale Kontakte, dem Umgang mit chronischen Krankheiten, digitalen Hilfen, Wohnraumanpassung und Patientenverfügung beraten. Die Akzeptanz der Besuche hat die Hochschule Osnabrück unter der Leitung von Prof. Dr. Stefanie Seeling und der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Britta Blotenberg über einen Zeitraum von drei Jahren innerhalb des Verbundprojekts „Dorfgemeinschaft 2.0“ wissenschaftlich untersucht.

Vorhandenes Wissenspotenzial nutzen

„Das Konzept wurde überaus positiv angenommen. So haben wir umfangreiche Ergebnisse, auch mit Blick auf die Corona-Pandemie, erzielt. Die Vorerfahrungen und Erkenntnisse können nun für das niedersächsische Pilotprojekt verwendet werden“, so Prof. Dr. Stefanie Seeling vom Campus Lingen der Hochschule Osnabrück. Die Professorin für Pflegewissenschaft ist überzeugt, dass das bereits vorhandene Wissenspotenzial und die bestehenden Ressourcen der Hochschule einen großen Vorteil und Nutzen für das Modellprojekt darstellen. Prävention und Gesundheitsförderung seien bedeutende und zukünftig elementare Aufgabenbereiche, um den wachsenden Anforderungen in der Pflege bedingt durch die steigenden chronischen Erkrankungen in der Bevölkerung zu begegnen. „Deshalb ist es wichtig, gute Konzepte zu entwickeln, die frühzeitig individuelle Unterstützungen und Alltagshilfen bieten.“ So könne man gesundheitliche Risiken verringern und dem Fortschreiten von Pflegebedürftigkeit entgegenwirken.

Innovatives Versorgungskonzept mit Vorbildcharakter entwickeln 

Sobald es die aktuelle Situation wieder zulässt, werden die Seniorinnen und Senioren in den ausgewählten Modellkommunen von haupt- und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern zuhause besucht. „Dabei soll es nicht nur eine Beratung zur alters- und seniorengerechten Ausstattung der Wohnung, sondern auch Hilfsangebote wie Mittagstische, Einkaufshilfen, Nachbarschaftsaktivitäten, Alltagsbegleitung, technische Unterstützungsmöglichkeiten oder Hausnotrufsysteme geben“, erläutert Sozialministerin Daniela Behrens. Die gesundheitliche Situation, Ernährung, Bewegung und soziale Kontakte können ebenfalls Themengebiete sein.

„Im Projekt werden die Erfahrungen in den Modellkommunen gesammelt und so wichtige Erkenntnisse gewonnen, wie die Seniorinnen und Senioren zukünftig unterstützt werden können. Wir freuen uns, dass die Science to Business GmbH – Hochschule Osnabrück das Modellprojekt mit ihrer Vorerfahrung in diesem Bereich wissenschaftlich begleitet“, so die Sozialministerin. Ziel sei es, ein innovatives Versorgungskonzept zu erstellen, welches landesweit Schule machen könne.

Zur Science to Business GmbH der Hochschule Osnabrück: Die Science to Business GmbH ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Hochschule Osnabrück. Sie bündelt die vielfältigen Aktivitäten der Hochschule Osnabrück im Bereich des Technologie- und Wissenstransfers und soll sie weiter ausbauen und vertiefen. Aufgabe ist es, das gesamte wissenschaftliche, technologische und technische Potenzial der Hochschule – einschließlich der Infrastruktur – für Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft marktgerecht zu erschließen. Dabei soll gleichzeitig das Kompetenzprofil der Fachhochschule als „University of Applied Sciences“ geschärft und in unmittelbaren Nutzen für die Kunden umgesetzt werden.

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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