DE: Brustkrebs: Bis zu 15.000 Chemotherapien pro Jahr zu viel Umfrage: Krebs ist Angstdiagnose Nummer eins in Deutschland

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Köln (ots) – Eine Chemotherapie kann in vielen Fällen die Wiederkehr von Brustkrebs verhindern und damit das Leben der Betroffenen retten. Doch welche Patientinnen gesundheitlich tatsächlich von der nebenwirkungsreichen Behandlung profitieren und welche nicht – das war bisher im Vorwege nur schwer festzustellen. Die Folge: Pro Jahr erhalten in Deutschland rund 15.000 Patientinnen unnötig eine Chemotherapie. Und mit ihr die zum Teil schwerwiegenden Nebenwirkungen. Als besonders belastend erleben sieben von zehn Patientinnen Depressionen, Müdigkeit und Erschöpfung in Folge dieser medikamentösen Behandlung. Ein Multigentest kann helfen, die Chemotherapie gezielter einzusetzen.

72 Prozent der volljährigen Deutschen hat große Angst davor, einmal an Krebs zu erkranken. Die Furcht vor dieser Diagnose ist damit etwas stärker ausgeprägt als die vor Schlaganfällen (70 Prozent), Erkrankungen des Gehirns wie Alzheimer (67 Prozent) und Querschnittslähmungen als Folge eines Unfalls (52 Prozent). Dies sind Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage, für die das Marktforschungsinstitut Toluna im Auftrag des Diagnosetestanbieters Genomic Health Deutschland 1.000 Bundesbürger online befragt hat. Acht Prozent der Befragten waren bereits selbst an Krebs erkrankt, 74 Prozent haben eine Krebserkrankung schon bei Angehörigen, Freunden oder Kollegen miterlebt.

Die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland ist Brustkrebs. Rund 74.000 Frauen erhalten in Deutschland jedes Jahr diese Schockdiagnose. Eine der wichtigsten Behandlungsmethoden, um insbesondere ein Wiederkehren der Erkrankung zu verhindern, sind die als Chemotherapie bekannten Medikamente. Rund die Hälfte der Befragten, die schon einmal an Krebs erkrankt waren, erhielt eine adjuvante Chemotherapie.

Doch Brustkrebs ist nicht nur eine einzelne, immer gleich verlaufende Krankheit – es gibt viele unterschiedliche Arten. Und nur bei einem Teil davon verbessert eine Chemotherapie tatsächlich die langfristige Prognose. Bei anderen bietet sie keine Vorteile – bringt aber trotzdem schwerwiegende Nebenwirkungen mit sich. Unter den Befragten, die bereits mit einer Chemotherapie gegen Krebs behandelt wurden, nennen 70 Prozent Depressionen, Müdigkeit und Erschöpfung als eine der am meisten belastenden Nebenwirkungen. Jeweils die Hälfte litt stark unter den im Zuge der Therapie geschwächten Abwehrkräften des Körpers sowie an Verdauungsstörungen beziehungsweise Übelkeit. An vierter Stelle folgt mit 43 Prozent der in der Öffentlichkeit besonders mit Krebsbehandlungen assoziierte, auffällige Haarausfall. Menschen, die bisher noch keine eigenen Erfahrungen mit einer Chemotherapie gemacht haben, fürchten sich vor allem vor Organschäden (68 Prozent).

Ob eine medikamentöse Krebsbehandlung die langfristigen Chancen bei einer konkreten Patientin verbessern kann oder nicht – die Antwort auf diese Frage liegt versteckt im Genom der Tumorzellen. Sie hängt davon ab, ob spezielle Gene im Tumorgewebe aktiv sind oder nicht. Durch eine Analyse des Erbgutes der Krebszellen kann das individuelle Rückfallrisiko von Patientinnen mit Brustkrebs im frühen Stadium deutlich genauer prognostiziert werden als mit herkömmlichen Methoden. So können unter ihnen diejenigen identifiziert werden, die von einer Chemotherapie nicht profitieren würden und deshalb darauf verzichten können. Hochrechnungen von Pathologen zufolge könnten so bis zu 15.000 unnötige Chemotherapie-Behandlungen bei Brustkrebs-Patientinnen pro Jahr vermieden werden.

„Mit herkömmlichen Methoden lässt sich heute nur bei etwa der Hälfte der Erkrankten verlässlich abschätzen, ob eine Chemotherapie für sie sinnvoll oder überflüssig ist“, sagt Prof. Dr. Christian Jackisch, Chefarzt und Direktor der Frauenklinik des Sana Klinikums Offenbach. „Unter den verbleibenden Patientinnen profitieren nur etwa vier von zehn tatsächlich von einer Chemotherapie. Aber ohne Genexpressionstests kann man in unklaren Fällen nicht sagen, welche Patientinen das wirklich sind.“

Für eine solche Untersuchung des Tumor-Genoms ist der Oncotype DX® Brustkrebstest von Genomic Health seit 2009 in Deutschland erhältlich und zugelassen. Die Kosten können dafür bisher allerdings nur in Einzelfällen im Rahmen einer Ambulanten Spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) von den gesetzlichen Krankenkassen oder auf Einzelantrag übernommen werden. Leider ist bis heute aber noch kein ASV Zentrum in Deutschland aktiv und somit wird auch in diesem Rahmen keine Testung erstattet. Lediglich einzelne Krankenkassen, wie z.B. die Knappschaft übernehmen die Kosten regelhaft. Onkologen, Gynäkologen und Pathologen fordern hingegen eine möglichst breite Nutzung des Tests und die generelle Kostenerstattung durch die Krankenkassen als Regelleistung ein. Sie teilen ihre Meinung mit einer breiten Mehrheit der deutschen Bevölkerung: 81 Prozent sind der Meinung, dass die Kosten für ein Diagnoseverfahren, das die Notwendigkeit einer Chemotherapie im Vorfeld abschätzen kann, von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden sollten.

Über die Umfrage

Für die Bevölkerungsbefragung zum Thema Chemotherapie hat das Marktforschungsinstitut Toluna im Auftrag Genomic Health Deutschland GmbH 1.000 Bundesbürger ab 18 Jahren, repräsentativ für die deutsche Bevölkerung nach den Merkmalen Geschlecht, Alter und Bundesland online befragt. Die Ergebnisse sind auf ganze Zahlen gerundet.

Zum Oncotype DX

Der Oncotype DX Brustkrebstest ist der einzige genomische Test, der sowohl für eine sichere Aussage über den zu erwartenden Nutzen einer Chemotherapie als auch über das Rückfallrisiko bei Brustkrebs im Frühstadium validiert ist. Er ist in den wichtigsten internationalen Leitlinien enthalten und wird von verschiedenen Gesundheitssystemen in Europa erstattet. Nach Bewertung und Empfehlung durch das NICE im Jahr 2013 ist der Oncotype DX für alle britischen Patientinnen mittlerweile sehr gut verfügbar. Patientinnen in Frankreich können den Oncotype DX dank eines speziellen Finanzierungsmodells für innovative Diagnostik nutzen. In Europa erstatten u. a. die Schweiz, Irland, Griechenland und Spanien den Test. Um mehr über Oncotype DX zu erfahren, besuchen Sie: https://www.oncotypeiq.com/de-DE/

Über Genomic Health

Genomic Health Inc. ist ein weltweit führender Anbieter von genombasierten Diagnosetests, die helfen, die bestmögliche Krebstherapie zu finden und Überbehandlung zu vermeiden. Mit seiner Oncotype IQ® Genomic Intelligence Platform nutzt das Unternehmen seine wissenschaftliche sowie kommerzielle Expertise und Infrastruktur, um genomische Daten in klinisch-nutzbare Ergebnisse zu übersetzen. Diese können zur Behandlungsplanung während des gesamten Therapieweges von der Diagnose über die Entscheidung für eine bestimmte Behandlung bis hin zur Nachbeobachtung des Krebspatienten eingesetzt werden. Das Oncotype IQ Portfolio an genomischen Tests und Leistungen besteht momentan aus dem Flaggschiff des Unternehmens, den Oncotype DX Genexpressionstests, die bis jetzt mehr als 750.000 Krebspatienten auf der ganzen Welt geholfen haben, sich für eine passende Therapie zu entscheiden. Genomic Health erweitert sein Test-Portfolio derzeit um weitere, flüssigkeits- und gewebebasierte Tests. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Redwood City in Kalifornien (USA), die europäische Hauptniederlassung befindet sich in Genf, der deutsche Sitz des Unternehmens ist in Köln.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.GenomicHealth.de

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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