DE: BFLK befürwortet die Reduktion des Dokumentationsaufwandes für psychiatrisch Pflegende

12. November 2018 | News Deutschland | 0 Kommentare

Der BFLK-Bundesvorstand hat der Abschaffung der pflegerischen Therapieeinheiten im OPS Katalog 2019 zugestimmt, nachdem in den letzten Jahren zurecht zunehmend mehr Klagen über den überbordenden Dokumentationsaufwand,
vor allem von Pflegenden geäußert wurden.

Für diesen zurückliegenden Zeitraum, haben wir gemeinsam mit anderen therapeutischen Berufsgruppen und Verbänden versucht das DIMDI zu bewegen, die Therapieeinheiten für alle Berufsgruppen abzuschaffen um den Dokumentationsaufwand generell und für alle spürbar zu verringern.

Dies ist uns aber immer wieder mit dem Hinweis verwehrt worden, dass die Therapieeinheiten der nicht pflegerischen Berufsgruppen „kostentrennend“ seien und deshalb benötigt würden. Die pflegerischen Therapieeinheiten seien hingegen nicht als „Kostentrenner“ nutzbar, weil u.a. die Daten der einzelnen psychiatrischen Kliniken in ihrer Qualität und ihrer Quantität stark voneinander abweichen und durch das INEK nicht zu bewerten sind.

Da die Haltung des DIMDI bzw. des INEK die Therapieeinheiten aller Berufsgruppen abzuschaffen sich bis heute nicht verändert hat, hat der BFLK-Bundesvorstand folgerichtig und der Logik folgend die Abschaffung der reinen pflegerischen Therapieeinheiten zugestimmt um einen deutlichen und spürbaren Dokumentationsabbau zu erreichen.

Befürchtungen, dass „jetzt die psychiatrische Pflege nicht mehr sichtbar ist“ oder „die Therapieeinheiten nicht mehr zur Begründung der Finanzierung zur Verfügung stehen“ oder dass „ein „akzeptierter“ Tätigkeitskatalog für psychiatrische Pflege verschwindet“, werden nicht eintreten. Die aktuellen Kalkulationskrankenhäuser werden weiterhin pflegerische Einzel und Gruppentherapieeinheiten dokumentieren und dem INEK übermitteln. Die von der Pflege erbrachten Leistungen bleiben also im System und werden nicht wie befürchtet verloren gehen.

Sachlich betrachtet werden bundesweit einfach Hunderttausende nicht nutzbarer Daten weniger dokumentiert und von der dabei eingesparten Zeit profitieren Patienten und Patientinnen sowie alle psychiatrisch Pflegenden.

Der BFLK-Bundesvorstand hofft, dass diese Veränderung als Signal zu werten ist und fordert weiterhin die Abschaffung aller Therapieeinheiten, auch der anderen Berufsgruppen, damit alle in der Psychiatrie Arbeitenden davon profitieren und ihren Dokumentationsaufwand verringern können.

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)