DE: Berufsverband unterstützt Pflege-Streik

Der DBfK Nordost solidarisiert sich mit den für Entlastung streikenden Pflegenden bei Vivantes und Charité und ruft alle Berliner:innen zur Unterstützung auf.

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Der von der Berliner Krankenhausbewegung ab Montag ausgerufene Warnstreik ist im Sinne aller beruflich Pflegenden in Deutschland. Die Pflegenden streiken für eine Entlastung, um Patient:innen sicher und gut versorgen zu können. Damit ist nicht eine verdiente Lohnerhöhung, sondern eine gesicherte pflegerische Versorgung der Berliner Bevölkerung durch ausreichend Pflegende die zentrale Forderung. Durch den Pflege-Streik werden keine Patient:innen gefährdet, im Gegenteil wird die Patienten:innenversorgung gestärkt. Das ist bemerkenswert und verdient die volle Unterstützung aller Berliner:innen.

Nachdem die politisch und betrieblich Verantwortlichen das Ultimatum der Berliner Krankenhausbewegung ergebnislos auslaufen lassen haben, ruft die Gewerkschaft ver.di ab Montag an den landeseigenen Kliniken Vivantes und Charité zum Warnstreik auf. Erstreikt werden soll ein Tarifvertrag Entlastung, der eine ausreichende Besetzung von Stationen mit Pflegepersonal regelt und bei Unterschreiten dieser Mindestbesetzung entlastende Maßnahmen für die betroffenen Pflegenden wie zusätzliche Ausgleichstage garantiert. Dies ist notwendig, um beruflich Pflegende dauerhaft gesund zu erhalten und so die Versorgung der Patient:innen sicherzustellen.

„Beruflich Pflegende lassen Patient:innen bei diesem Streik nicht im Stich. Im Gegenteil, sie streiken für eine bessere Versorgung der Patient:innen. Das ist bemerkenswert und genau genommen laut internationalem Ethikkodex sogar berufliche Pflicht von Pflegefachpersonen“, stellt Jannik Müller, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des DBfK Nordost, klar. Gemäß International Council of Nurses (ICN) ist es für Pflegefachpersonen Pflicht, auf ihre eigene Gesundheit zu achten und sich für eine positive Arbeitsumgebung mit sicheren, sozial gerechten und wirtschaftlichen Arbeitsbedingungen einzusetzen.

Als Berufsverband plädieren wir für eine bundesgesetzlich geregelte Personalbemessung, die sich am tatsächlichen Pflegebedarf der Pflegebedürftigen orientiert und nicht wie bisher an ökonomischen Kennzahlen. „Solange politische Entscheidungsträger eine adäquate gesetzliche Personalbemessung verweigern und die Pflegepersonalregelung (PPR 2.0) als Übergangslösung vom Bundesgesundheits-minister abgelehnt wird, sind Arbeitskampfmaßnahmen für eine bessere Personalausstattung legitim“, ordnet Markus Lauter, Vorstand im DBfK Nordost, den Streik ein.

„Wir fordern die bestreikten Kliniken dazu auf, den Forderungen der beruflich Pflegenden nach einem Tarifvertrag-Entlastung nachzukommen. Da es sich um landeseigene Kliniken handelt, sind auch die politischen Entscheidungsträger in Berlin in der Pflicht. Ein Krankenhaus muss eine sichere Versorgung der Bevölkerung gewährleisten und keine Profite für das Land Berlin abwerfen“, ergänzt Jannik Müller.

„Dieser Streik erhöht den Druck auf die Politik, gesetzliche Regelungen voranzutreiben, um die Situation aller Menschen, die in der Pflege arbeiten oder darauf angewiesen sind, zu verbessern“, sind sich Müller und Lauter einig. „Dieser Streik wird im Sinne aller beruflich Pflegenden und aller Patient:innen geführt. Nachdem wir zuerst beklatscht und seitdem politisch ignoriert worden sind, ist es jetzt an der Zeit, für eine gute Pflege zu kämpfen. Wir rufen daher alle beruflich Pflegenden in Berlin sowie alle Berliner:innen dazu auf, sich mit den Streikenden zu solidarisieren und die Forderungen nach einer angemessenen Personalausstattung zu unterstützen“, so Markus Lauter abschließend.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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