DE: Ausbildung in der Pflege 2021: 5 Prozent mehr kann nur ein Anfang sein

Markus Mai

Höhere Steigerungsraten für die Sicherstellung der pflegerischen Versorgung unabdingbar

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, haben im Jahr 2021 rund 56 300 Auszubildende eine Ausbildung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann begonnen. Somit wurden 5 Prozent mehr Ausbildungen begonnen als 2020. Die Ausbildung wurde mit dem Pflegeberufereformgesetz (PflBRefG) von 2017 begründet. Durch diesen Schritt führte man die bis dahin getrennten Ausbildungen in den Berufen Gesundheits- und Krankenpfleger/-in, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-in sowie Altenpfleger/-in zum Berufsbild Pflegefachfrau/-mann zusammen. Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, merkt an:

„Eine Steigerung von 5 Prozent im vergangenen Jahr kann lediglich als Anfang gesehen werden. Wenn alle, die sich momentan in der Ausbildung befinden, auch wirklich dem Beruf dauerhaft zur Verfügung stehen, reicht dies gerade mal aus, den Abgang der nächsten 10 bis 15 Jahre durch Berentung auszugleichen. Weder der Ausgleich durch die aufgrund der Demografie zunehmenden Pflegebedarfe, noch der Ausgleich für den jetzt ja schon hohen zusätzlichen Personalbedarf, wird damit gelingen“, warnt Mai.

„Dafür bräuchte man für die nächsten Jahre Steigerungsraten von jeweils 10 bis 20 Prozent. Daneben gibt es ja auch eine hohe Zahl von Ausbildungsabbrechern, im Extremfall beträgt diese über 30 Prozent. Was wir brauchen sind zunächst einmal gute differenzierte Zahlen der gesamten Versorgungssituation im Pflegeberuf und deutliche Unterstützung der Auszubildenden, beispielsweise durch ausfinanzierte Ausbildungsbegleiter oder Schulsozialarbeit, auch in den Pflegeschulen. Die Belastungssituation im Praxisfeld führt natürlich ebenfalls zu frühzeitigen Ausbildungsabbrüchen und ist dementsprechend proaktiv anzugehen“, betont Mai.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)