DE: Aus Fehlern lernen – jetzt auch in der ambulanten Versorgung

APS lädt zum Symposium ein

(C) Argus

Berlin – Ein offener Umgang mit Fehlern und eine Sicherheitskultur wie sie zum Beispiel in der Luftfahrt herrschen, ist das Ziel vieler Bestrebungen im Gesundheitswesen. Ein wichtiges Instrument für die Verbesserung der Patientensicherheit sind Berichts- und Lernsysteme (Critical Incident Reporting Systems = CIRS). Sie sind ein zentrales Element für eine nachhaltige Sicherheitskultur, müssen aber in einer Praxis gut etabliert sein und im Alltag gelebt werden. Experten des Aktionsbündnisses Patientensicherheit e.V. (APS) laden am Mittwoch, den 30. Oktober 2019, in Berlin zu einem Symposium ein, um bisherige nachhaltige Veränderungen und den Transfer der Ergebnisse in die ambulante Versorgung zu diskutieren.

Täglich werden in Deutschland Patienten ambulant behandelt, beraten und gepflegt. In der Regel sind an der Versorgung des Einzelnen zahlreiche Personen über diverse Schnittstellen hinweg beteiligt. „Meist verläuft die Versorgung nach Plan. Dennoch passieren manchmal Dinge, die nicht hätten passieren sollen und die, unter anderen Umständen, hätten vermieden werden können“, sagt Dr. Ruth Hecker, Vorsitzende des APS. „Genau an dieser Stelle setzen die Berichts- und Lernsysteme, kurz auch CIRS, an. Mit Hilfe von Mitarbeiterberichten zielen sie darauf ab, Risiken, Fehler und kritische Ereignisse und deren Ursachen zu erkennen und gemeinschaftlich daraus zu lernen. Solche Systeme sind – auch international – bewährt und als integrativer Bestandteil des Qualitäts- und Risikomanagements in Einrichtungen des Gesundheitswesens anerkannt.“

Im stationären Bereich wurden in dieser Hinsicht bereits viele Fortschritte gemacht. In der ambulanten Versorgung dagegen werden Berichts- und Lernsysteme noch nicht flächendeckend genutzt. „Wenn man bedenkt, dass deutschlandweit mehr als 150 000 Ärzte und 430 000 medizinische Fachangestellte in über 70 000 Arztpraxen arbeiten, wird deutlich, dass auch hier Handlungsbedarf besteht“, fügt Dagmar Lüttel, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim APS hinzu. „In der vergangenen Zeit hat sich das Projektteam genau damit beschäftigt und die Fortentwicklung von CIRS in niedergelassenen Arztpraxen vorangetrieben.“

In einer 17-monatigen Praxisphase wurden bundesweit 184 Arztpraxen dabei unterstützt, ein Berichts- und Lernsystem einzuführen und zu nutzen. Auf einem Symposium in Berlin am 30. Oktober 2019 stellt das Projektteam vor, welche Maßnahmen sich dabei als besonders wertvoll erwiesen haben und was sich in den teilnehmenden Praxen verändert hat. Die Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse für den flächendeckende Transfer in die ambulante Versorgung. Die CIRSforte-Projektpartner laden herzlich ein, darüber zu diskutieren, wie der Transfer erfolgreich gelingen kann.

Das Projekt CIRSforte wird unter der Leitung des Instituts für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität Frankfurt am Main durchgeführt. Partner von CIRSforte sind das Aktionsbündnis Patientensicherheit, die Techniker Krankenkasse, das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin, die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe und die Asklepios Kliniken.

Terminhinweis:

„CIRSforte-Symposium II“

Termin:         Mittwoch 30. Oktober 2019, 13.00 – 17.00 Uhr
Ort:             Hotel Aquino, Hannoversche Str. 5B, 10115 Berlin

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.

 

Weitere Informationen, das Programm und die Anmeldung finden Sie unter:

www.cirsforte.de/symposium.html.

Über das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS):

Vertreter der Gesundheitsberufe, ihrer Verbände, der Patientenorganisationen sowie aus Industrie und Wirtschaft haben sich im Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. (APS) zusammengeschlossen, um eine gemeinsame Plattform zur Verbesserung der Patientensicherheit in Deutschland aufzubauen. Zusammen entscheiden und tragen sie die Projekte und Initiativen des Vereins.

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. (APS) wurde im April 2005 als gemeinnütziger Verein gegründet. Es setzt sich für eine sichere Gesundheitsversorgung ein und widmet sich der Erforschung, Entwicklung und Verbreitung dazu geeigneter Methoden.

Mehr Informationen finden Sie unter www.aps-ev.de

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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