Darmkrebs: Chemo vor und nach OP sinnvoll

23. Januar 2023 | News international, Onkologie

Wahrscheinlichkeit einer erneuten Erkrankung verringert sich laut neuen Studien um 28 Prozent

Darmkrebspatienten, die eine Chemotherapie vor der OP erhalten, weisen ein verringertes Risiko auf, dass die Krankheit erneut auftritt. Zu dem Ergebnis kommen Forscher der University of Birmingham und der University of Leeds. Die „FOXTROT“-Studie hat ergeben, dass sich so die Wahrscheinlichkeit der Rückkehr des Krebses innerhalb von zwei Jahren um 28 Prozent verringern lässt. 1.053 Krebspatienten aus 85 Krankenhäusern in Großbritannien, Dänemark und Schweden nahmen an der Studie teil.

Hoffnung für tausende Patienten

Die Patienten wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe erhielt zuerst sechs Wochen Chemotherapie und wurde dann operiert. Darauf folgten weitere 18 Wochen der Behandlung mit einer Chemotherapie. Die zweite Gruppe erhielt eine Standardbehandlung gegen Darmkrebs im Rahmen derer zuerst die Operation erfolgte und dann 24 Wochen Chemotherapie angehängt wurden.

Die Analyse des Behandlungserfolgs der beiden Patientengruppen zeigt: Bei Patienten, die die erste Chemotherapie vor der OP erhielt, war die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Erkrankung deutlich geringer. Laut den Forschern lässt sich dieses Verfahren weltweit leicht für die Gesundheitssysteme anpassen. Allein 5.000 Darmkrebspatienten in Großbritannien und hunderttausende Betroffene weltweit könnten jedes Jahr von diesem Ansatz profitieren.

Krebszellen vollständig abtöten

Laut Laura Magill von der University of Birmingham kehrt der Darmkrebs bei bis zu einem von drei Patienten nach der OP zurück. „Unsere Forschungsergebnisse zeigen, dass eine Chemotherapie vor der OP die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass alle Krebszellen abgetötet werden. Insgesamt 699 Studienteilnehmer erhielten eine Chemotherapie vor dem operativen Eingriff“, so die Wissenschaftlerin.

Matthew Seymour von der University of Leeds zufolge ist das Timing bei der Behandlung von Darmkrebs wichtig. Die Forscher führen derzeit mit „FOXTROT-2“ und „FOXTROT-3“ zwei weitere klinische Studien durch. Ziel ist es herauszufinden, ob auch ältere Patienten von diesem Behandlungsansatz profitieren. Sind diese Studien erfolgreich, könnten Patienten mehr auf ihre Bedürfnisse angepasste Therapien erhalten. Die Studie wurde von Cancer Research UK finanziert. Details sind im „Journal of Clinical Oncology“ nachzulesen.

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)